Mia (10) lebt auf einer Jacht: »Die Natur will uns nichts Böses«
Mia (10) lebt auf einer Jacht: Natur ohne Böses

Ein Leben auf den Wellen: Mia (10) erzählt von ihrer Weltumseglung

Schon ihr ganzes Leben lang segelt die zehnjährige Mia mit ihren Eltern und Geschwistern um die Welt. Ihr Zuhause ist die Jacht »Pachamama«, was in der Sprache der Inka »Mutter Erde« bedeutet. Ihre Eltern verließen vor 25 Jahren die Schweiz, und unterwegs wuchs die Familie: Mia wurde in der Schweiz geboren, ihre Geschwister in Chile, Island, Australien und Singapur. Aktuell sind nur noch vier Personen an Bord, da die älteren Geschwister nun an Land leben.

Lieblingsorte und Abenteuer auf See

Mia kann sich gar nicht mehr an alle Länder erinnern, die sie besucht hat. Spanien mochte sie besonders, wegen der frischen Früchte und der Eichhörnchen in den Bäumen. Doch am allerliebsten ist sie auf dem Meer. Selbst bei hohen Wellen fühlt sie sich wohl und spielt mit ihrem kleinen Bruder Vital ein Lieblingsspiel: Sie springen im richtigen Moment hoch und lassen sich von den Wellen in die Luft katapultieren. Angst hat Mia dabei nie. »Mama sagt, die Natur will uns nichts Böses, und das glaube ich auch«, erklärt sie.

Klimaschutz im Fokus: Die Mission der Familie

Die Familie segelt nicht nur zum Vergnügen, sondern mit einer Mission. Vor 26 Jahren gründeten Mias Eltern die Organisation »TOPtoTOP Global Climate Expedition«, um junge Menschen für den Klimaschutz zu begeistern. Sie berichten online und in Schulen weltweit von ihren Beobachtungen:

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  • Gletscher schmelzen jährlich weiter.
  • Der Meeresspiegel steigt.
  • Auf manchen Inseln wird Lebensraum knapp.

Doch sie handeln auch selbst: An abgelegenen Stränden sammeln sie Plastikmüll ein, der selbst dort allgegenwärtig ist. »Das macht mich traurig«, sagt Mia, aber sie hilft aktiv mit, die Natur zu schützen.

Schule und Alltag an Bord

Auf der »Pachamama« fällt die Schule nicht aus. Mia und ihre Geschwister lernen online mit einem Schweizer Schulprogramm, bei dem ihre Mutter unterstützt. Mia mag Kunst am liebsten, während Lesen weniger spannend ist. Für Sport lässt die Mutter sie über das Schiff rennen, bis etwa ein Kilometer zurückgelegt ist. Manchmal begleiten Lehrer die Familie, eine sogar ein ganzes Jahr lang, während eine andere nach einer Woche seekrank wurde.

Der Alltag ist geprägt von Pflichten: Nachts halten alle abwechselnd Wache, Mia liest Seekarten, schreibt ins Logbuch und hilft beim Kochen oder Putzen. Nur die Toilettenreinigung findet sie eklig. Gegessen wird einmal täglich zusammen, auf einem speziellen Herd, der sich mit den Wellen bewegt. Lieblingsgerichte sind »Finnbiff« mit Rentierfleisch oder schnell zubereitete Spaghetti. Vor langen Reisen werden Vorräte überall versteckt, frisches Obst und Gemüse ist selten.

Freizeit und Familienregeln

Mia teilt sich ein Hochbett mit Vital, von wo aus sie Sterne und Nordlichter beobachten kann. In ihrer Freizeit malt sie Landschaften oder Tiere, liegt in der Hängematte auf Walaussicht oder schwimmt fast den ganzen Tag. Statt Fernseher gibt es Kartenspiele, Monopoly und abends Ukulele-Musik bis zum Sonnenuntergang. Streitigkeiten werden nach vorn zum Anker geschickt, mit der Regel, sich spätestens bis zum Sonnenuntergang zu vertragen. »Anders geht es nicht auf engem Raum«, betont Mia.

Zukunftsperspektiven und Abschiede

Inzwischen haben die älteren Geschwister das Schiff verlassen: Salina arbeitet in Barbados, Alegra besucht eine Sportschule in der Schweiz, Andri lernt für das Abitur und Noé hat in Norwegen ein eigenes Boot. Mia kann sich nicht vorstellen, die »Pachamama« je zu verlassen, bedauert aber, keinen Hund an Bord haben zu dürfen. Abschiede von Freunden an Land sind traurig, doch sie weiß: Irgendwo wartet schon das nächste Abenteuer.

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