Urlaub trotz Krise: Reiseexpertin prognostiziert steigende Preise für sichere Destinationen
Reiseexpertin: Urlaub trotz Krise, aber Preise steigen

Urlaub trotz Krise und Krieg: Reiseexpertin äußert Prognose, die keinem gefallen dürfte

Das Fernweh bleibt bei Urlaubern auch in schwierigen Zeiten erstaunlich groß. Während sich weltweit zahlreiche Krisenherde auftun, zeigen beliebte Reiseziele wie Spanien weiterhin eine starke Nachfrage. Karin Blohm, die seit über drei Jahrzehnten in der Reisebranche tätig ist und zwei Reisebüros in Sternberg und Crivitz leitet, erklärt, dass die Reiselust der Deutschen ungebrochen ist – trotz aller Widrigkeiten.

Verunsicherung bei Urlaubern durch weltweite Krisen

Krieg im Nahen Osten, politische Unruhen in Kuba, Drohnenangriffe im Mittelmeer – die Liste der aktuellen Krisenherde ist lang und wirkt sich auch auf beliebte Urlaubsregionen aus. Türkei- und Griechenland-Urlauber zeigen sich besorgt, Kreuzfahrttouristen saßen nach der Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf fest, und in Dubai erlebten Gäste in einem vermeintlich sicheren Hotel Raketeneinschläge.

„Ihr Hotel lag in Dubai, 900 Meter von dem Einschlag entfernt. Dass die Panik haben, ist klar“, berichtet Karin Blohm von eigenen Kunden, die vom Iran-Krieg betroffen waren. Die Urlauber ergriffen selbst die Initiative: „Bei Nacht und Nebel haben sie sich einen Jeep gemietet, sind ins Nachbarland gefahren und über die Türkei zurück nach Deutschland gekommen. Nach über einer Woche.“

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Die Reiseexpertin erhält derzeit viele Anfragen zur Sicherheit von Reisezielen wie der Türkei und Griechenland. Obwohl keine generellen Reisewarnungen bestehen, rät sie zur Besonnenheit: „Man muss den Kunden vermitteln, ruhig zu bleiben.“ Für bereits gebuchte Herbstreisen empfiehlt sie abzuwarten.

Ungebrochene Reiselust trotz schwieriger Weltlage

Entgegen aller Erwartungen bleibt die Reisebegeisterung der Deutschen stabil. „Im Großen und Ganzen sind unsere Kunden nach wie vor wild darauf, die Welt kennenzulernen“, stellt Karin Blohm fest. Zwar seien die Buchungen momentan verhalten, einen deutlichen Einbruch aufgrund der Krisen könne sie jedoch nicht erkennen.

Diese Beobachtung wird durch aktuelle Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) bestätigt: Für den vorab gebuchten mehrtägigen Urlaub gaben Bundesbürger im vergangenen Jahr 87,9 Milliarden Euro aus – ein neuer Rekord, der die Spitzenumsätze von 2019 noch deutlich übertraf.

Zu den beliebtesten Zielen zählen weiterhin:

  • Spanien
  • Ferienhäuser in Skandinavien
  • Kreuzfahrten (insbesondere Flusskreuzfahrten im Kommen)

Steigende Preise und die Prognose der Expertin

Reisen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich teurer geworden. Selbst vermeintlich günstige Destinationen wie Polen, Kroatien und Bulgarien haben spürbar zugelegt. Bei Kreuzfahrten lassen sich seit dem Ende der Corona-Pandemie Verdopplungen und Verdreifachungen der Preise beobachten – dennoch verzeichnen diese Reiseformen einen enormen Zulauf.

Karin Blohm ist sich sicher: „Vermeintlich sichere Zielgebiete werden das nutzen.“ Besonders in Zeiten, in denen Menschen nach sicheren Ländern suchen, dürften die Preise weiter steigen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Die besonderen Vorteile stationärer Reisebüros

Während Online-Portale auf den ersten Blick oft günstiger erscheinen, bieten Reisebüros einen entscheidenden Vorteil: persönliche Betreuung. „Wir haben fast immer das gleiche Angebot bekommen. Manchmal ist es schwierig zu finden, aber wir kommen dahinter“, erklärt Cindy Dahnke, die die Kunden im Sternberger Reisebüro betreut.

Die Serviceleistungen umfassen:

  1. Persönliche Beratung vom Anfang bis zum Ende der Reise
  2. Unterstützung bei Problemen während des Urlaubs
  3. Gemeinsame Besprechung von online zusammengestellten Reisen

Zwar können stationäre Reisebüros den online gewährten Cashback nicht immer leisten, und manchmal wird ein kleiner Aufschlag fällig – doch viele Kunden sind bereit, diesen für die persönliche Betreuung zu zahlen.

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Fazit: Abwarten statt vorschnell stornieren

Trotz der unübersichtlichen und unberechenbaren Weltlage rät Karin Blohm von frühzeitigen Stornierungen ab: „Wer weiß schon, wie die Welt in einem halben Jahr aussieht.“ Die Reiseexpertin empfiehlt stattdessen, die Entwicklung abzuwarten und sich von erfahrenen Fachleuten beraten zu lassen – besonders in unsicheren Zeiten.