Junger Rostocker erobert Warnemünde mit holländischen Pommes
Seit April 2026 erobert ein neues Streetfood-Konzept den Bahnhofsvorplatz in Warnemünde. Der 20-jährige Kemal Ünlü aus Rostock hat mit Star Fries erstmals doppelt frittierte holländische Pommes nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht. Der BWL-Student, der erst im vergangenen Wintersemester sein Studium begonnen hat, setzt auf ein in der Region völlig neues Fast-Food-Modell.
Inspiration aus Amsterdam führt nach Warnemünde
Die Idee für das ungewöhnliche Gastronomieprojekt entstand während eines Amsterdam-Besuchs im Jahr 2025. „Ich fand das Konzept überzeugend: etwas Bekanntes wie Pommes, schnell reproduzierbar und hier kaum verbreitet“, erklärt Ünlü seine Motivation. Sein Ziel ist es, ein bezahlbares Angebot abseits des klassischen Döners zu schaffen und damit eine Lücke im Warnemünder Streetfood-Markt zu füllen.
Das Konzept orientiert sich strikt an niederländischen Pommesbuden:
- Frische, nicht tiefgekühlte Kartoffeln aus den Niederlanden
- Wöchentliche Lieferung von etwa einer halben Tonne Frischware
- Doppelte Frittierung nach traditioneller holländischer Methode
- Haltbarkeit der Rohware von fünf bis sieben Tagen
Von Ein-Mann-Projekt zum Familienbetrieb
Gestartet war Star Fries als reines Ein-Mann-Projekt des jungen Gründers. Inzwischen unterstützen ihn seine Mutter Semiha und ein Mitarbeiter mit Vorerfahrung aus der Imbissbranche. Auch der populäre Boxer Ramsan Amkhador, ein Freund Ünlüs, ist mit im Boot. „Es ist schon mein Ziel, die Verantwortlichkeiten allmählich zu übertragen, um Studium und Betrieb zu verbinden“, sagt der selbstbewusste Jungunternehmer.
Die Öffnungszeiten sind aktuell auf die Bedürfnisse der Bahnreisenden abgestimmt:
- Sonntag bis Donnerstag: 12 bis 20 Uhr
- Freitag und Samstag: 12 bis 21 Uhr
Für die Sommersaison plant Ünlü längere Öffnungszeiten, die sich an den Abfahrtszeiten der letzten Züge orientieren sollen.
Social Media bringt den Durchbruch
Der Start zu Ostern verlief zunächst verhalten – an manchen Tagen lag der Umsatz bei nur 120 Euro. Doch eine Woche später kam die Wende: Durch gezielte Social-Media-Aktivitäten auf Instagram und TikTok stieg die Nachfrage explosionsartig an. „Die Warteschlange reichte bis zur Warnemünder Brücke. Wir waren komplett ausverkauft“, berichtet Ünlü mit einem Lächeln.
Neben den klassischen Pommes-Portionen (ab 4,50 Euro für 220 bis 400 Gramm) setzt der Imbiss auf hausgemachte Soßen und hat überraschend eine zweite Säule entdeckt: Burger, die ursprünglich nur als Zusatzangebot geplant waren. Das Pulled Beef wird aus deutscher Rinderbrust vor Ort gegart, alle Soßen werden im Haus verfeinert.
Hohe Investitionen für authentisches Erlebnis
Die größte finanzielle Hürde war die Anschaffung der professionellen Fritteusenanlage. Drei Becken plus Herdplatte kosteten stolze 50.000 Euro – eine Investition, die sich bereits jetzt auszuzahlen scheint. Unterstützung erhielt Ünlü dabei von seinem Vater, der ebenfalls in der Gastronomie-Branche tätig ist.
Der Standort direkt beim bekannten italienischen Restaurant Paparazzi in Bahnhofsnähe erweist sich als ideal. Wöchentlich steht Ünlü mit seinem niederländischen Lieferanten Bex BV in Kontakt, einem Familienunternehmen, das in Holland zahlreiche Pommesbuden beliefert.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist das doppelt frittierte Pommes-Konzept völlig neu. Ob die Warteschlangen in diesem Sommer noch länger werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der 20-jährige Student hat mit seinem Mut zur Gründung und seinem Gespür für Trends bereits jetzt die Warnemünder Gastronomielandschaft bereichert.



