Tourismus in Sachsen-Anhalt: Gästezahlen stabil, doch Umsätze unter Druck
Sachsen-Anhalt: Tourismus stabil, aber Umsätze rückläufig

Tourismus in Sachsen-Anhalt: Stabile Gästezahlen, aber wirtschaftliche Herausforderungen

Der Tourismus in Sachsen-Anhalt hat sich im Jahr 2025 trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten stabil entwickelt. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, blieb die Zahl der Gästeankünfte mit rund 3,4 Millionen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, was einem minimalen Plus von 0,2 Prozent entspricht. Allerdings sank die Zahl der Übernachtungen leicht um 1,4 Prozent auf etwa 8,2 Millionen.

Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht

„Die Tourismuszahlen für 2025 zeigen deutlich, dass sich Sachsen-Anhalt als attraktives Reiseziel behaupten kann“, erklärte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Michael Reichelt. Trotz einzelner Rückgänge bei den Übernachtungen bleibe das Interesse an der Region hoch. Das Rekordniveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 wurde jedoch noch nicht wieder erreicht. Die Ankünfte lagen 5,8 Prozent unter dem Wert von 2019, die Übernachtungen sogar 4,8 Prozent darunter. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,4 Tage und entsprach damit dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Harz bleibt unangefochtener Spitzenreiter

Der überwiegende Teil der Gäste reiste aus dem Inland an. 93 Prozent der Ankünfte entfielen auf deutsche Besucher. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg zwar um 1,8 Prozent auf etwa 252.000, deren Übernachtungen gingen jedoch um 5,1 Prozent auf rund 535.000 zurück. Die wichtigsten Herkunftsländer waren die Niederlande, Polen und Dänemark.

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Die beliebteste Reiseregion blieb der Harz mit 35,8 Prozent aller Übernachtungen. Dort wurden etwa 2,9 Millionen Übernachtungen gezählt, was einem Rückgang von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch in den anderen Reisegebieten Sachsen-Anhalts gab es leichte Rückgänge bei den Übernachtungszahlen.

Umsätze rückläufig trotz steigender Beschäftigtenzahlen

Wirtschaftlich zeigte sich ein durchwachsenes Bild. Das Gastgewerbe setzte 2025 preisbereinigt (real) 3,8 Prozent weniger um als im Vorjahr. Nominal entsprach das einem Minus von 0,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten um 1,7 Prozent an. Im Beherbergungswesen gingen die realen Umsätze um 2,5 Prozent zurück, in der Gastronomie sogar um 4,5 Prozent.

Land setzt auf längere Aufenthalte und internationale Gäste

Auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin kündigte Staatssekretärin Stefanie Pötzsch an, gezielt längere Aufenthalte und zusätzliche Gäste aus ausgewählten Auslandsmärkten in den Blick zu nehmen. „Potenziale liegen vor allem darin, die Aufenthaltsdauer der Gäste durch attraktive Angebote zu verlängern und die Regionen stärker zu vernetzen“, betonte sie.

Impulse erhofft sich das Land unter anderem von der ab 28. März beginnenden etappenweisen Wiedereröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg. Zudem stehen in den kommenden Jahren mehrere Jubiläen und Großveranstaltungen an, darunter das Bauhaus-Jubiläum in Dessau sowie die Landesgartenschau 2028 in Wittenberg. Diese Events sollen zusätzliche Besucher anlocken und die touristische Attraktivität Sachsen-Anhalts weiter steigern.

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