Sachsens Tourismus im Jahr 2025: Leichte Einbußen, aber Chemnitz als strahlender Lichtblick
Die Tourismuswirtschaft in Sachsen hat im vergangenen Jahr die Auswirkungen einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage zu spüren bekommen. Geopolitische Krisen und eine allgemeine Konsumzurückhaltung führten zu einem leichten Rückgang der Besucherzahlen. Insgesamt besuchten rund acht Millionen Gäste den Freistaat, was einem Minus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Kultur als starker Motor für den Tourismus
Barbara Klepsch, Staatsministerin für Kultur und Tourismus, betonte bei der Präsentation der Zahlen in Dresden, dass der Tourismus ein Spiegel der wirtschaftlichen Gesamtsituation sei. Angesichts der herausfordernden Bedingungen seien die nahezu stabilen Zahlen als Erfolg zu werten. Die CDU-Politikerin verwies dabei besonders auf die positive Entwicklung in Chemnitz und Umgebung.
Im Kulturhauptstadtjahr 2025 konnte Chemnitz ein beeindruckendes Gäste-Plus von 24,2 Prozent verbuchen. Selbst in der erweiterten Region, die Zwickau und das Erzgebirge einschließt, lag das Plus noch bei knapp zehn Prozent. „Das zeigt, welche Kraft die Kultur in Bezug auf den Tourismus hat“, so Klepsch. Diese Dynamik dürfe nicht nachlassen, da Anlässe und Großereignisse wichtige Motoren für den sächsischen Tourismus seien.
Auslandsgäste und neue Hoffnung aus Asien
Rund elf Prozent aller Gäste Sachsens kamen aus dem Ausland, wobei hier der größte Rückgang mit etwa fünf Prozent zu verzeichnen war. Die größte Gruppe unter den internationalen Besuchern bildeten weiterhin Gäste aus Polen. Veronika Hiebl, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS), räumte ein: „Die Zahlen sind 2025 definitiv nicht so, wie wir sie uns gewünscht haben.“
Doch es gibt auch positive Signale: Ein steigendes Interesse aus Ostasien, insbesondere aus Taiwan, gibt Anlass zur Hoffnung. Dies führt Hiebl auch auf Sachsens Werben um Investitionen aus dem ostasiatischen Inselstaat zurück, darunter den Bau einer Chipfabrik in Dresden durch den Halbleiter-Hersteller TSMC.
Ausblick auf 2026: Großereignisse als Chance
Für das laufende Jahr setzen die Touristiker große Hoffnungen in mehrere Großereignisse:
- Das europäische Wanderfestival Eurorando zusammen mit dem Deutschen Wandertag im September in Oberwiesenthal im Erzgebirge.
- Die Eröffnung des Leipziger Stadthafens im Frühjahr.
- Die Inbetriebnahme des Seenverbunds Lausitzer Seenland im Juni.
Diese Veranstaltungen und neuen Attraktionen sollen frische Impulse setzen und neue Gäste nach Sachsen locken. Der Tourismus bleibt mit rund 190.000 Vollzeitstellen in der Tourismuswirtschaft und angeschlossenen Branchen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Freistaat.



