Tourismus in Teterow: Vier Kandidaten mit unterschiedlichen Visionen
Am 1. März 2026 wird in Teterow ein neuer Bürgermeister gewählt. Die Stadt, die als anerkannter Tourismusort und Mitglied der Tourismusregion „Mecklenburgische Schweiz“ gilt, hat in jüngster Vergangenheit mit Rückschlägen im Tourismusgeschäft zu kämpfen. Der Nordkurier hat die vier Bürgermeister-Kandidaten nach ihren Plänen gefragt, wie Teterow dem Anspruch als Tourismusort künftig besser gerecht werden kann.
Die Vorschläge der Kandidaten im Detail
Enrico Malow (Einzelbewerber) setzt auf konkrete Infrastrukturmaßnahmen. Er fordert den Ausbau von Radwegen an den Bundesstraßen 104/108 oder um den Teterower See. Zudem denkt er an Wellnessangebote, Ferienhäuser in der Nähe des Burgwalls, Stellplätze für Caravans und ein verbessertes Besucherleitsystem. Malow betont jedoch, dass diese Vorhaben ein langer Weg sind, der Mehrheiten in der Stadtvertretung und entsprechende Finanzen im Haushalt erfordert.
Thomas Gütschow (Einzelbewerber) sieht bei Weitem nicht ausgeschöpfte Potenziale. Seine Prioritäten liegen auf der Optimierung der öffentlichen Verkehrsanbindungen nach Waren/Müritz und Rostock, der Unterstützung der Touristinfo bei der überregionalen Vermarktung und dem Bau eines kleineren Hotels in landschaftlich geeigneter Lage. Gütschow will auch kulturelle Angebote und Veranstaltungen wie das Hechtfest, „Teterow offen“ und das Adventsleuchten fördern. Eine neue Idee ist ein historischer Weihnachtsmarkt in den Heidbergen.
Matthias Hantel (CDU) hebt die geografisch zentrale Lage Teterows in Mecklenburg-Vorpommern hervor. Für ihn ist der weitere Ausbau der Infrastruktur, insbesondere von Fahrradwegen, eine dringende Pflicht. Die Markenzeichen Burgwallinsel und Bergring stehen im Fokus: Hantel führt Gespräche mit einem Projektentwickler für die Insel und will das Bergring-Areal gemeinsam mit dem Sportclub touristisch entwickeln.
Robert Straßburg (SPD) präsentiert einen Konzeptvorschlag im Birkhahnplan, der auf sanften Tourismus setzt. Dieser basiert auf drei Säulen: der Burgwallinsel als Bodendenkmal, der naturnahen Landschaft mit dem Teterower See und der historischen Altstadt. Straßburg sieht die Burgwallinsel als Sehnsuchtsort und schlägt eine Außenstelle des Stadtmuseums vor, um Besucher über Geschichte und Natur zu informieren.
Gemeinsame Herausforderungen und Ziele
Alle Kandidaten erkennen die Notwendigkeit, die touristische Infrastruktur zu verbessern, insbesondere durch den Ausbau von Radwegen und die Stärkung bestehender Attraktionen wie der Burgwallinsel und des Bergrings. Die Finanzierung und die Einbindung von Investoren bleiben dabei zentrale Themen. Die Wahl am 1. März wird zeigen, welche Vision die Mehrheit der Teterower überzeugt und wie die Stadt ihren Tourismus künftig gestalten will.



