Britischer Tourist in Dubai angeklagt: Kriegsvideo führt zu Cybercrime-Vorwurf
Tourist in Dubai wegen Kriegsvideo angeklagt

Britischer Tourist in Dubai wegen Kriegsvideo angeklagt

Immer wieder schlagen iranische Drohnen und Raketen in Dubai ein, dem beliebten Reiseziel für wohlhabende Urlauber und Influencer aus aller Welt. Die Machthaber der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) fürchten um das Image ihres Landes und reagieren zunehmend gereizt auf Social-Media-Postings, die den Kriegsalltag dokumentieren. Das musste nun ein britischer Tourist (60) am eigenen Leib erfahren, der wegen eines angeblichen Cyberverbrechens angeklagt wurde.

Festnahme und Vorwürfe

Der Mann soll gefilmt haben, wie Raketen Dubai getroffen haben. Laut Berichten der „Daily Mail“ wurde er am Montagabend festgenommen. Er habe das Video sofort gelöscht, als man ihn dazu aufforderte, und beteuert, nicht beabsichtigt zu haben, gegen das Gesetz zu verstoßen. Dennoch wurde er zusammen mit 20 weiteren Personen wegen Videos und Social-Media-Posts im Zusammenhang mit den jüngsten iranischen Raketenangriffen angeklagt.

Der offizielle Vorwurf lautet: „das Senden, Veröffentlichen oder Verbreiten von Gerüchten oder provokativer Propaganda, die die öffentliche Sicherheit stören könnte“. Auf diese Straftat steht eine Höchststrafe von zwei Jahren Haft. Radha Stirling, CEO der Kampagnengruppe „Detained in Dubai“, warnt: „Nach den Cybercrime-Gesetzen der VAE kann ein einziger Post zu vielen Festnahmen führen. Jeder, der denselben Inhalt teilt, erneut postet oder kommentiert, kann mit denselben Anklagen konfrontiert werden.“

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Strenge Überwachung sozialer Medien

Die Regierung Dubais überwacht soziale Medien streng und droht, jeden einzusperren, der Informationen teilt, die „unter Menschen Panik schüren“. Infolgedessen sind Videos von Drohnen- und Raketenangriffen weitgehend verschwunden und wurden durch eine Flut von Beiträgen ersetzt, die Dubais Regierung loben. Ein viraler Trend zeigt Influencer, die ihre Clips mit der Frage „Hast du Angst?“ beginnen und dann Fotos des Dubai-Herrschers Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum einblenden – begleitet von den Worten: „Ich weiß, wer uns beschützt.“

Aktuelle Angriffe und Schäden

Die Bedrohungslage bleibt akut. Auch heute wurde Dubai wieder von einer Welle von Drohnenangriffen getroffen. In den frühen Morgenstunden brach in einem Hotel in Creek Harbour ein Feuer aus. Gegen Mittag wurde ein Gebäude an der Sheikh Zayed Road getroffen, gefolgt von einem Vorfall im Stadtteil Al Bada. Nach einem iranischen Angriff steht Rauch über dem Hafen Dschabal Ali, einem der weltweit verkehrsreichsten Häfen, der sich nur 35 Kilometer von Dubai entfernt befindet. Schwere Schäden an einem Hochhaus in Dubai am heutigen Donnerstag unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Situation.

Die VAE setzen damit ein klares Zeichen: Sie wollen die Kontrolle über die Darstellung des Konflikts behalten und verhindern, dass negative Bilder das Tourismus-Image schädigen. Für Touristen und Einwohner bedeutet dies jedoch eine erhebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit und ein hohes Risiko bei der Nutzung sozialer Medien.

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