Touristischer Höhenflug in Templin, doch ländliche Gastronomie in der Krise
Die Uckermark erlebt einen bemerkenswerten touristischen Aufschwung, der sich besonders in den Übernachtungszahlen der Stadt Templin widerspiegelt. Mit stolzen 395.126 Übernachtungen im Jahr 2025 belegt die Gemeinde den fünften Platz unter allen brandenburgischen Kommunen. Diese erfreuliche Entwicklung wurde kürzlich in der sogenannten „Templiner Runde“ bekannt gegeben, wo sich Touristiker, Gastronomen und Einzelhändler im Historischen Rathaus versammelten.
Gastronomische Lücken trotz Besucherandrang
Während die Beherbergungsbetriebe von dem anhaltenden Besucherstrom profitieren, zeichnet sich in den ländlichen Gebieten der Uckermark ein besorgniserregendes Bild ab. Susanne Wurth vom Gut Gollin, das selbst Ferienwohnungen und Baumhäuser vermietet, wies auf die prekäre Situation hin: „In der Hochsaison sind die Restaurants völlig überlaufen, doch in den Dörfern wurden zahlreiche Gaststätten geschlossen und stehen nun leer.“ Diese Diskrepanz zwischen touristischem Erfolg und schwindender gastronomischer Infrastruktur stellt eine erhebliche Herausforderung für die gesamte Region dar.
Innovative Lösungsansätze für leerstehende Lokale
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, schlug Susanne Wurth die Einführung von Saisonverträgen für die Bewirtschaftung leerstehender Gaststätten vor. Markus Nengel, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Templin GmbH, zeigte sich gegenüber dieser Idee aufgeschlossen und ermutigte Interessierte, Kontakt mit seiner Organisation oder dem Wirtschaftsförderer Sebastian Tattenberg aufzunehmen. Gleichzeitig betonte er, dass die Entscheidung zur gewerblichen Selbstständigkeit letztlich bei jedem Einzelnen liege.
Zur Stärkung des Standortmarketings verwies Nengel auf den neuen Imagefilm der Stadt Templin, der auf verschiedenen Online-Plattformen verfügbar ist. Dieser Film soll nicht nur die kleinen Geschäfte im Stadtzentrum promoten, sondern auch die Botschaft vermitteln, dass eine Ansiedlung in Templin Perspektive bietet. Nengel hofft, dass von dieser Initiative positive Impulse für die Gastronomie ausgehen werden.
Offene Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg
Anet Hoppe, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Uckermark GmbH, betonte in der Diskussionsrunde die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs. Sie rief Gastronomen dazu auf, jederzeit offen mit dem Wirtschaftsförderer ins Gespräch zu kommen – „auch dann, wenn es Probleme gibt“. Dieser Appell unterstreicht die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen touristischen Akteuren, lokalen Unternehmen und der öffentlichen Hand, um die gastronomische Landschaft in der Uckermark nachhaltig zu stärken.
Die Situation in Templin und der umliegenden Uckermark zeigt deutlich, dass touristischer Erfolg allein nicht ausreicht, um eine vitale regionale Wirtschaft zu gewährleisten. Während die Übernachtungszahlen Rekordwerte erreichen, bedarf es gezielter Maßnahmen und innovativer Konzepte, um die gastronomische Infrastruktur insbesondere in den ländlichen Dörfern zu erhalten und auszubauen. Nur so kann die Region langfristig von ihrem touristischen Potenzial profitieren.



