USA-Einreise: Reiseveranstalter reagieren auf geplante Verschärfungen der Kontrollen
Die Vereinigten Staaten bleiben ein Traumziel für viele deutsche Urlauber, doch aktuelle Pläne zu verschärften Einreisekontrollen sorgen für erhebliche Verunsicherung. Obwohl die Details noch nicht endgültig feststehen und die neuen Regeln frühestens Mitte des Jahres wirksam werden sollen, beschäftigt das Thema bereits jetzt die Reisebranche und Touristen.
Beratungsbedarf und 24-Stunden-Hotlines
Der bei USA-Reisen breit aufgestellte Veranstalter Dertour hat als Reaktion auf die Diskussionen eine rund um die Uhr erreichbare Beratungshotline für Pauschalreisegäste eingerichtet. Jan Frankenberg, Dertours Fernreise-Experte, erklärt: „Wir verfolgen die Entwicklungen zu den Einreise-Bestimmungen sehr aufmerksam, sodass unsere Gäste frühzeitig informiert sind, wenn es Änderungen gibt.“ Es sei derzeit noch abzuwarten, welche Neuerungen tatsächlich umgesetzt werden, betont Frankenberg.
Mögliche Verschärfungen beim Esta-Antrag
Geplant ist, dass Touristen im Rahmen des elektronischen Reiseantrags Esta künftig deutlich mehr persönliche Informationen preisgeben müssen. Diskutiert werden unter anderem:
- Die Offenlegung von Informationen zur Social-Media-Präsenz der vergangenen fünf Jahre
- Zusätzliche Kontakt- und Familiendaten
Betroffen sind Reisende aus mehr als 40 Ländern, die im Rahmen des sogenannten Visa Waiver Programms für bis zu 90 Tage mit Esta und damit visumfrei in die USA einreisen dürfen – darunter auch Deutschland.
Kostenlose Absicherungen durch Veranstalter
Tilo Krause-Dünow, Geschäftsführer vom Veranstalter Canusa Touristik, hält Einreisebedenken für „absolut unbegründet“. Sollte doch der „sehr unwahrscheinliche Fall“ eintreten, dass Reisende trotz Esta, gültigem Reisepass und korrektem Verhalten zurückgewiesen werden, werde man den Reisepreis erstatten. Diese Absicherung kann bei Neubuchungen auf Wunsch kostenlos hinzugefügt werden.
Reiserechtliche Hinweise und Verantwortlichkeiten
Reiserechtler Ernst Führich weist darauf hin, dass eine Verschärfung der Kontrolle dem persönlichen Reiserisiko zuzurechnen sei. „Daher muss der Reisende damit rechnen, dass er die vereinbarte Stornoentschädigung zahlen muss, wenn er aus Angst oder seiner politischen Haltung zurücktritt.“ Anders könnte die Sache nur im konkreten Einzelfall aussehen, wenn bereits vor Reiseantritt feststeht, dass die Esta verweigert werde oder eine förmliche Einreisesperre vorliege.
Der Tui-Sprecher stellt klar: „Wie bei allen anderen Zielgebieten auch liegt die ordnungsgemäße Erfüllung sämtlicher Einreisevoraussetzungen ausschließlich im Verantwortungsbereich der Reisenden.“ Informationen zum Esta-Antrag und zu Einreisebedingungen werden jedoch im Buchungsprozess und in den Reiseunterlagen erläutert.
Dertour-Manager Frankenberg rät USA-Urlaubern abschließend, die Angaben im Esta-Antrag sehr sorgfältig auszufüllen, damit die Einreise reibungslos verläuft. Bislang seien keine Gäste von Dertour bei der Einreisekontrolle an der Grenze zurückgewiesen worden.



