Alu-Me in Karstädt: Regionaler Champion verdoppelt Belegschaft und setzt auf Innovation
Alu-Me: Karstädter Champion wächst trotz Fachkräftemangel

Alu-Me in Karstädt: Regionaler Champion verdoppelt Belegschaft und setzt auf Innovation

In der Prignitz gibt es zahlreiche „Hidden Champions“ – Unternehmen, die zwar der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sind, aber in ihrer Branche hochspezialisiert und erfolgreich agieren. Eines dieser Unternehmen ist Alu-Me mit Sitz in Karstädt. Das 2000 gegründete Unternehmen fertigt Bauteile und Baugruppen aus Aluminium, Stahl oder Edelstahl und bietet individuelle Sonderlösungen für verschiedene Branchen an, darunter Nutzfahrzeuge, Lebensmittelindustrie und Umwelttechnik.

Stetiges Wachstum und junge Belegschaft

In den vergangenen fünf Jahren hat Alu-Me seine Mitarbeiterzahl auf aktuell 80 Personen verdoppelt, wie Geschäftsführer Maik Düring beim „Unternehmensstammtisch“ des Regionalen Wachstumskerns Prignitz berichtete. Besonders bemerkenswert ist dabei die überdurchschnittlich junge Belegschaft: Der Altersdurchschnitt liegt mittlerweile bei knapp unter 39 Jahren und sinkt weiter. Parallel zum Personalwachstum expandiert auch die Produktionsfläche: Gerade entsteht auf dem Firmengelände im Gewerbegebiet Postlin eine fünfte Fertigungshalle, sodass das Unternehmen nun über mehr als 7000 Quadratmeter Produktions- und Ladefläche verfügt. Jährlich werden rund 1500 Tonnen Material verarbeitet.

Innovation und Digitalisierung im Fokus

Alu-Me bietet das gesamte Spektrum der Metallverarbeitung an – von Drehen und Fräsen über Schleifen und Walzen bis hin zur computergesteuerten CNC-Lasertechnik. Die Laser werden halbautomatisch gesteuert, nachdem Mitarbeiter sie programmiert haben. Eine vollautomatisierte Produktion ist aufgrund der geringen Stückzahlen nicht sinnvoll, da die hergestellten Metallteile keine Massenware, sondern individuell mit Kunden abgestimmte Produkte sind. Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse schreitet kontinuierlich voran. Künstliche Intelligenz wird laut Düring künftig manche Arbeitsplätze ersetzen, aber „Arbeit mit den Händen wird noch gebraucht“. Die Digitalisierung ermögliche es, Produktionsprozesse sicher aufzustellen und das Physische zu untermauern.

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Herausforderungen bei der Personalgewinnung

Trotz des Erfolgs muss sich Alu-Me wirtschaftlichen Herausforderungen stellen, darunter hohe Energiepreise und der wachsende Fachkräftemangel. Zusammen mit dem Perleberger Jungunternehmer Jonas Grünberg, dessen Firma KI-gestützte Software für Handwerksunternehmen entwickelt, setzt Alu-Me auf innovative Rekrutierungsmethoden. Das Unternehmen ist in sozialen Netzwerken wie Instagram präsent, um junge, potenzielle Mitarbeiter zu erreichen. Doch das Online-Recruiting hat Tücken: Obwohl der Social-Media-Auftritt rund 5000 Mal geklickt wurde, schaffte es laut kaufmännischem Leiter Vincent Tannert keiner der Bewerber bis zur letzten von fünf einfachen Fragen zu Berufserfahrungen.

Attraktive Arbeitsbedingungen und bürokratische Hürden

Um Mitarbeiter nach Karstädt zu locken oder in der Region zu halten, setzt Alu-Me auf faire Bezahlung, betriebliche Altersvorsorge und andere Benefits. „Lehrlinge müssen nicht mehr fegen“, betonte Maik Düring, nur der eigene Arbeitsplatz müsse sauber hinterlassen werden. Derzeit hat das Unternehmen drei Auszubildende, darunter zwei Duale Studenten im Maschinenbau. Ein Problem ist jedoch der lange Weg zur Berufsschule in Hennigsdorf bei Berlin, der für minderjährige Auszubildende ohne Führerschein schwer zu bewältigen ist. Eigentlich könnten sie in Hagenow zur Schule gehen, doch das liegt in Mecklenburg-Vorpommern und damit außerhalb des Bezirks der zuständigen Handwerkskammer Potsdam – eine bürokratische Herausforderung, die das Unternehmen weiter beschäftigt.

Der Erfolg von Alu-Me bleibt nicht unbemerkt: Zuletzt wurde das Unternehmen von der Jury der Top-Innovatoren als eine der 100 innovativsten Firmen in Deutschland ausgezeichnet. Seit 1999 führt Maik Düring den elterlichen Betrieb, den er neu ausgerichtet hat, und zeigt, wie regionale Unternehmen durch Innovation und Anpassungsfähigkeit wachsen können.

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