Bahn-Pünktlichkeit im Juli erneut nur 52,6 Prozent – fast jeder zweite Fernzug verspätet
Bahn-Pünktlichkeit im Juli: nur 52,6 Prozent

Die Pünktlichkeitsbilanz der Deutschen Bahn (DB) im Fernverkehr bleibt auch im Juli 2026 auf einem katastrophalen Niveau: Nur 52,6 Prozent aller Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich. Das entspricht exakt dem Wert des Vormonats und markiert den zweitschlechtesten Monatswert des Jahres – nur im Januar war es mit 51,5 Prozent noch schlechter. Damit blieb fast jeder zweite ICE oder IC mindestens sechs Minuten hinter dem Fahrplan zurück.

Keine Besserung in Sicht: Juli so unpünktlich wie Januar

Die Deutsche Bahn hat am Dienstag ihre Pünktlichkeitsstatistik für den Juli veröffentlicht. Demnach waren im vergangenen Monat lediglich 52,6 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich – das heißt, sie kamen mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Ziel an. Im Mai lag die Quote noch bei 61,1 Prozent, im gesamten ersten Halbjahr bei 58,7 Prozent. Zugausfälle sind in diesen Zahlen nicht enthalten, was die tatsächliche Zuverlässigkeit zusätzlich verschleiert.

Der historische Tiefpunkt war im Oktober 2025 mit 51,5 Prozent erreicht worden. Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Pünktlichkeit 60,1 Prozent. Die Bahn selbst strebt langfristig eine Quote von 80 Prozent an, doch laut Vorstandschefin Evelyn Palla wird dieses Ziel erst im Jahr 2035 erreicht werden können.

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Gründe: Hitze, Baustellen, Sabotage und marode Infrastruktur

Die Ursachen für das anhaltende Chaos sind vielfältig. Neben zahlreichen Baustellen und der veralteten Infrastruktur machte vor allem die extreme Hitze dem Schienennetz zu schaffen. „Temperaturen von zeitweise mehr als 41 Grad belasteten die Verkehrsinfrastruktur erheblich“, erklärte die Bahn. Wegen der Hitze mussten sogar notwendige Reparaturen verschoben werden, was die Störungsanfälligkeit weiter erhöhte.

„Generell verzeichnet die Deutsche Bahn seit mehreren Monaten eine kontinuierliche Zunahme von Anlagenstörungen“, räumt der Konzern ein. Dazu kamen im Juli zwei besondere Vorfälle: Eine Sabotage auf der Strecke Köln–Düsseldorf legte den Verkehr zeitweise lahm, und ein kurzfristig aufgetretener Brückenschaden in Nordrhein-Westfalen sorgte für zusätzliche Verspätungen.

Reisendenpünktlichkeit fällt auf drittschlechtesten Wert

Für die Fahrgäste sieht die Bilanz noch düsterer aus: Nur 55 Prozent erreichten ihr Ziel im Juli pünktlich – das ist der drittschlechteste Wert, seit die Bahn diese Kennzahl im Jahr 2024 erstmals veröffentlichte. Die Reisendenpünktlichkeit misst den Anteil der Fahrgäste, die ihr Ziel mit einer Verspätung von höchstens 14 Minuten und 59 Sekunden erreichen.

Deutlich besser lief es im Regionalverkehr: Dort lag die Pünktlichkeitsquote im Juli bei 87,9 Prozent. Dennoch bleibt die Gesamtbilanz ernüchternd: Millionen Bahnreisende mussten auch im siebten Monat des Jahres erneut Geduld mitbringen.

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