Bäckerei Deuse: Insolvenzverfahren mit düsteren Aussichten für Gläubiger
Die traditionsreiche Bäckerei Deuse aus Friedland befindet sich weiterhin in einem schwierigen Insolvenzverfahren, das für die betroffenen Gläubiger keine guten Nachrichten bereithält. Das Amtsgericht Neubrandenburg hat kürzlich bestätigt, dass eine sogenannte Masseunzulänglichkeit vorliegt. Dieser juristische Begriff bedeutet, dass zwar die Finanzierung des Insolvenzverfahrens selbst gesichert ist, das verbleibende Vermögen des Unternehmens jedoch nicht ausreicht, um alle Forderungen der Gläubiger vollständig zu begleichen.
Zweite Masseunzulänglichkeit im Verfahren
Bereits mit dem Beginn des Insolvenzverfahrens am 1. Juli 2025 wurde eine erste Masseunzulänglichkeit festgestellt. Nun hat die Insolvenzverwalterin Sabine Fochler erneut bestätigt, dass dieser Zustand weiterhin besteht. "Allerdings reicht das verbleibende Vermögen nicht aus, um die Forderungen aller Gläubiger vollständig zu befriedigen. Dies führt in der Regel zu einer erheblichen Kürzung der Auszahlungen an die Gläubiger", erklärt eine juristische Quelle. Die Rechtsanwältin aus Penzlin kann aus datenschutzrechtlichen Gründen derzeit keine detaillierten Angaben zum Verfahren machen, bestätigt aber, dass sie mit den Verwertungs- und Abwicklungsarbeiten beschäftigt ist und ein Ende des Verfahrens noch nicht absehbar ist.
Hintergründe der Insolvenz
Der seit 1967 bestehende Familienbetrieb musste im April 2025 Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden. Geschäftsführer Jörg Deuse führte die Probleme auf massive Steigerungen der Rohstoffpreise und Energiekosten seit Beginn des Ukrainekriegs zurück. "Seit dem Beginn des Ukrainekriegs sind die Rohstoffpreise und die Energiekosten massiv gestiegen. Viele Betriebe kämpfen ums Überleben", betonte er damals. Die Bäckerei unterhielt Filialen in Friedland, Anklam, Ducherow, Torgelow, Löcknitz und Brüssow.
Gescheiterte Rettungsversuche
Nach Bekanntwerden der Insolvenz im April 2025 gab es Bemühungen, den Traditionsbetrieb zu retten. Fred Asmus, ehemaliger Bürgermeister von Friedland zu DDR-Zeiten, startete eine Online-Petition, in der die Stadtverwaltung aufgefordert wurde, "alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Insolvenz zu verhindern". Die Petition wurde 411 Mal unterzeichnet, doch diese Maßnahmen reichten nicht aus, um den Betrieb vor dem endgültigen Aus zu bewahren. Seit Juli 2025 ist es um die Bäckerei still geworden, der letzte Facebook-Beitrag, in dem sich das Unternehmen bei den Kunden für die jahrelange Treue bedankte, stammt vom 1. Juli 2025.
Das Insolvenzverfahren der Bäckerei Deuse zeigt exemplarisch die Herausforderungen, mit denen viele traditionelle Handwerksbetriebe in der aktuellen wirtschaftlichen Lage konfrontiert sind. Während das Verfahren formal weiterläuft, müssen die Gläubiger mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen, da die vorhandene Vermögensmasse nicht für vollständige Auszahlungen ausreicht.



