Laura Privatstiftung der Benko-Familie meldet Insolvenz an - 900 Millionen Euro Forderungen aus Emiraten
Benko-Familienstiftung pleite - 900 Millionen Forderungen aus Emiraten

Laura Privatstiftung der Benko-Familie meldet Insolvenz an

Im komplexen Geflecht des zusammengebrochenen Signa-Imperiums ist eine weitere bedeutende Institution in die Pleite gerutscht. Die der Familie von René Benko zugerechnete Laura Privatstiftung hat beim Landesgericht Innsbruck einen Eigenantrag auf Insolvenz gestellt. Das Gericht bestätigte den Eingang des Antrags, der einen weiteren schweren Schlag für das bereits angeschlagene Konstrukt darstellt.

900 Millionen Euro Forderungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

Auslöser für die Insolvenz sind massive Zahlungsverpflichtungen aus internationalen Schiedssprüchen. Wie der Gläubigerschutzverband KSV1870 mitteilte, verpflichten zwei Schiedssprüche des International Court of Arbitration (ICC) in Genf die Stiftung zur Zahlung von mehr als 900 Millionen Euro an drei Gesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hinzu kommen erhebliche Zinsforderungen.

Ein Großteil dieser Ansprüche steht dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi zu, der sich vor wenigen Wochen in einem Schiedsgerichtsverfahren gegen das Umfeld des Signa-Gründers René Benko durchsetzen konnte. Die Stiftung hatte Garantien für Darlehen im Zusammenhang mit der Signa-Gruppe übernommen.

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Keine Aussicht auf erfolgreiche Rechtsmittel

Der Stiftungsvorstand begründete den Insolvenzantrag mit der Feststellung, dass keine Aussicht auf erfolgreiche Rechtsmittel bestehe und die Stiftung die geforderte Summe nicht aufbringen könne. Damit lägen sowohl Zahlungsunfähigkeit als auch Überschuldung vor.

Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Tirol, erklärte: "Forderungen können nun nur noch im Rahmen des Insolvenzverfahrens angemeldet werden. Damit ist klar, dass kaum noch mit einer vollständigen Rückzahlung zu rechnen ist."

Eiserne Reserve der Benkos kollabiert

Die Laura Privatstiftung galt lange als sogenannte eiserne Reserve der Benko-Familie. In ihr waren wertvolle Vermögenswerte gebündelt, darunter Luxusimmobilien wie die Villa N in Innsbruck und das Chalet N am Arlberg. Der KSV1870 verweist auf eine äußerst komplexe Konzernstruktur mit zahlreichen verschachtelten Beteiligungen.

Ein nun bestellter Insolvenzverwalter muss klären, welche Vermögenswerte tatsächlich noch vorhanden sind und welche ausländischen Unternehmen der Stiftung zuzurechnen sind. Diese Aufgabe gestaltet sich aufgrund der undurchsichtigen Strukturen als besonders schwierig.

Auswirkungen auf die Signa-Sanierung

Die Pleite der Laura Privatstiftung erschwert die Sanierung anderer Teile des Signa-Komplexes erheblich. Insolvenzverwalter verschiedener Signa-Gesellschaften hatten versucht, Vermögenswerte von der Stiftung zurückzuholen, um damit ihre eigenen Gläubiger zu bedienen. Dieser Weg ist nun weitgehend versperrt.

Das Signa-Imperium war Ende 2023 unter der Last steigender Zinsen und Baukosten zusammengebrochen. Zu der Gruppe gehörten bekannte Gebäude wie das KaDeWe in Berlin, der Elbtower in Hamburg oder das Chrysler Building in New York. Diese Insolvenz gilt als die größte in der europäischen Wirtschaftsgeschichte.

Hintergrund der Geschäftsbeziehung

Die Geschäftsbeziehung von Signa zu Mubadala geht auf eine Reise Benkos mit dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz im Jahr 2018 zurück. Diese Verbindung entwickelte sich zu umfangreichen Finanzierungsgeschäften, die nun in den milliardenschweren Forderungen gipfeln.

Als Vorstände der Laura Privatstiftung fungieren derzeit Luipold Wüsthof, Thomas Limberger und Christof Jauschnegg. Bei Jauschnegg handelt es sich um den langjährigen Privatpiloten von Benko. Der Signa-Gründer selbst, der als Einzelunternehmer ebenfalls Insolvenz angemeldet hat, war im Zuge einer Änderung der Stiftungsurkunde aus dem Kreis der Begünstigten ausgeschieden.

René Benko befindet sich seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. In zwei Strafprozessen wurde er wegen Gläubigerschädigung schuldig gesprochen, wobei die Urteile noch nicht rechtskräftig sind. Die Entwicklung um die Laura Privatstiftung markiert einen weiteren Tiefpunkt in der bereits von zahlreichen rechtlichen Auseinandersetzungen geprägten Geschichte des Signa-Komplexes.

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