Brauerei Eichbaum nach Insolvenz gerettet - Doch 200 von 290 Arbeitsplätzen fallen weg
Die traditionsreiche Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim scheint zunächst gerettet zu sein. Nach der Insolvenz stimmten die Gläubiger für eine Fortführung des Betriebs mit neuen Investoren. Allerdings gibt es für die Belegschaft wenig Grund zur Freude: Gut zwei Drittel der Arbeitsplätze werden voraussichtlich gestrichen.
Massiver Stellenabbau trotz Rettung
Von den aktuell 290 Beschäftigten am Standort Mannheim sollen etwa 200 ihren Job verlieren. Stephanie Albicker von der Gewerkschaft Nahrung‑Genuss‑Gaststätten (NGG) bestätigt gegenüber BILD: „Es wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Stellenabbau in einem sehr relevanten Maße geben.“ Die Gewerkschaft hält die kursierende Zahl für realistisch und warnt vor den sozialen Folgen für die Region.
Investoren übernehmen Traditionsbetrieb
Unter den neuen Investoren befindet sich die pfälzische Brauerei Park & Bellheimer, die künftig den Inlandsbetrieb von Eichbaum übernehmen könnte. Für das Auslandsgeschäft wird der Finanzinvestor Lafayette Mittelstand Capital aus Frankfurt am Main als möglicher Partner genannt. Die Verhandlungen laufen noch, sind aber bereits weit fortgeschritten.
Sozialplan und Transfergesellschaft geplant
Die Gewerkschaft setzt sich für die Einrichtung einer Transfergesellschaft ein, um Arbeitslosigkeit zu vermieden und soziale Härten abzufedern. Der Sozialplan für die insolvente Brauerei muss jedoch noch ausgehandelt werden. Betriebsratsvorsitzender Umut As äußert sich vorsichtig optimistisch: „Es ist für uns ein Gewinn, dass es überhaupt weitergeht. Auch wenn die Tinte noch nicht trocken ist, sehen wir endlich Licht am Ende des Tunnels.“
Zeitplan und bitterer Beigeschmack
Der Einstieg der Investoren ist für den 1. Mai 2026 geplant. Ein Insolvenzplan soll noch im März ausgearbeitet werden, woraufhin Verhandlungen über Abfindungsmodelle und soziale Maßnahmen beginnen. Damit bleibt die über 350 Jahre alte Brauerei Eichbaum zwar erhalten, doch für die meisten der derzeitigen Beschäftigten bedeutet dies das Ende ihrer Tätigkeit bei dem Traditionsunternehmen.



