Milliarden-Pleite: Elastan-Hersteller Lycra meldet Insolvenz an
Elastan-Hersteller Lycra meldet Insolvenz an

Milliarden-Pleite: Elastan-Hersteller Lycra meldet Insolvenz an

Kaum ein Kleiderschrank kommt ohne ihn aus, und doch steckt ausgerechnet das wichtigste Unternehmen für diesen Wunderstoff in einer tiefen Krise. Lycra, der Markenname für hochwertiges Elastan, hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Diese extrem dehnbare und haltbare Kunstfaser sorgt dafür, dass Sport-, Bade- und Unterwäsche bequem sitzt und ihre Form behält. Gerade im Radsport sind die hautengen und elastischen Lycra-Produkte extrem beliebt, während Elastan international auch als Spandex bekannt ist.

Gründe für die Insolvenz

Die Insolvenz von Lycra hat mehrere Ursachen. Zum einen leidet das Unternehmen unter einer schwächelnden Nachfrage und einem härteren Wettbewerb durch günstigere Hersteller aus Asien. Hinzu kommen hohe Verschuldung durch vorherige Besitzerwechsel sowie Unsicherheiten durch Handelszölle. Ende letzten Jahres waren Lycras acht Produktionsstätten laut dem Portal Fashion Network nur noch zu rund 60 Prozent ausgelastet. Die günstige Spandex-Produktion von Konkurrenten in China erschwert Lycra das Geschäft erheblich.

Rettungsversuch durch das Insolvenzverfahren

Mit dem Insolvenzverfahren will sich das Unternehmen neu aufstellen. Geplant ist, einen Großteil der Schulden zu streichen. Berichten zufolge sollen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar wegfallen. Zusätzlich soll mit mehr als 75 Millionen US-Dollar frisches Kapital in das Unternehmen fließen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von vier Jahren, dass Lycra unter die Kontrolle seiner Gläubiger gerät. Trotz dieser finanziellen Turbulenzen sollen die Arbeitsplätze der rund 2000 Beschäftigten erhalten bleiben.

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Ablauf des Insolvenzverfahrens

Das Unternehmen wird nicht sofort abgewickelt, sondern darf weiterarbeiten. Ziel ist es, die Schulden neu zu ordnen und einen Sanierungsplan umzusetzen. Lycra hat sich bereits vor dem offiziellen Antrag mit den wichtigsten Gläubigern geeinigt, um gemeinsam einen Sanierungsplan zu erstellen. Solche Verfahren dauern häufig nur wenige Wochen, und Lycra rechnet damit, innerhalb von 45 Tagen aus dem Insolvenzverfahren herauszukommen.

Trotz aller Probleme zählt das Unternehmen weiterhin zu den führenden Anbietern von Elastanfasern weltweit und ist fest in der Textilindustrie etabliert. Die Marke Lycra, die ursprünglich 1958 vom US-Chemiekonzern DuPont entwickelt wurde und heute den Rechten von The Lycra Company gehört, bleibt ein Synonym für Qualität und Innovation in der Bekleidungsbranche.

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