Das Ende einer Ära: Traditionshersteller Eterna schließt nach 163 Jahren
Nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten Firmengeschichte steht das Aus für einen der bekanntesten deutschen Hemden- und Blusenhersteller fest: Eterna wird seinen Betrieb im Sommer 2026 einstellen. Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Passau konnte trotz intensiver Bemühungen keinen Käufer finden, der das insolvente Unternehmen in seiner Gesamtheit übernehmen wollte.
Vergebliche Rettungsversuche trotz anfänglichem Interesse
Das 1863 gegründete Unternehmen hatte bereits im Dezember 2025 Insolvenz beantragt. Zunächst gab es mehr als 20 Anfragen potenzieller Investoren, die Hoffnung auf eine Rettung machten. Doch alle Interessenten sprangen im Laufe des Prozesses wieder ab. Die Geschäftsführung musste nun die bittere Wahrheit verkünden: Eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs in Passau ist nicht mehr möglich.
„Der mit der Einleitung des Insolvenzverfahrens angestrengte Verkaufsprozess ist ohne Ergebnis beendet worden“, teilte die Unternehmensleitung mit. Lediglich der Firmenname „Eterna“ wird noch verkauft, was bedeutet, dass die Marke theoretisch weiterbestehen könnte – allerdings ohne jegliche Verbindung zum ursprünglichen Unternehmen und seinen Traditionen.
400 Mitarbeiter betroffen, Hauptkundschaft verliert vertraute Marke
Am Passauer Hauptsitz beschäftigt Eterna laut Firmenangaben etwa 400 Mitarbeiter. Das Unternehmen war besonders für seine hochwertigen Geschäftshemden bekannt und zählte Büroangestellte und Manager zu seiner Hauptkundengruppe. In zahllosen deutschen Kleiderschränken hängen noch heute Eterna-Hemden und Blusen, die nun zu Erinnerungsstücken einer vergangenen Ära werden.
Der Gläubigerausschuss hat der geplanten Schließung bis Sommer 2026 zugestimmt, wobei die Eterna-Chefetage noch kein genaues Datum für die endgültige Betriebseinstellung nannte.
Lange Geschichte mit wiederkehrenden finanziellen Problemen
Eterna zählte zu den wenigen verbliebenen Traditionsunternehmen der einst florierenden deutschen Bekleidungsindustrie. Doch die finanziellen Schwierigkeiten waren nicht neu: Bereits 2021 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Das Modegeschäft stellt sich generell als schwierig heraus, sowohl für die Industrie als auch für den Einzelhandel.
Die Geschichte des Unternehmens begann 1863 in Wien als Textilwerkstatt und Wäschefabrik. Der heutige Hauptsitz in Passau wurde 1927 eröffnet und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem Symbol deutscher Textilqualität. Mit der Schließung im Sommer 2026 endet nun eine 163-jährige Unternehmensgeschichte, die Generationen von Berufstätigen mit qualitativ hochwertiger Berufskleidung versorgte.
Die Nachricht über das endgültige Aus des Traditionsunternehmens sorgt in der Textilbranche für Bestürzung und markiert einen weiteren Verlust für die deutsche Industriegeschichte. Die Eterna-Hemden, die noch in vielen Kleiderschränken hängen, werden damit zu stummen Zeugen einer vergangenen Epoche deutscher Textilproduktion.



