Das Ende einer Ära: Traditionsunternehmen Eterna schließt nach 163 Jahren
Ein bedeutendes Kapitel der deutschen Bekleidungsindustrie geht zu Ende: Das Traditionsunternehmen Eterna, bekannt für seine hochwertigen Hemden und Blusen, stellt nach 163 Jahren seinen Betrieb ein. Das insolvente Unternehmen mit Hauptsitz in Passau wird im Sommer 2026 schließen, wie die Geschäftsführung mitteilte. Trotz anfänglichem Interesse von mehr als 20 potenziellen Investoren sprang keiner davon ab, um den Textilhersteller in Gänze zu übernehmen.
Kein Käufer für das gesamte Unternehmen gefunden
"Eine Weiterführung des Geschäftsbetriebes der Eterna in Passau ist leider ausgeschlossen", erklärte die Geschäftsführung in einer offiziellen Mitteilung. Der mit der Insolvenz angestrebte Verkaufsprozess sei ohne positives Ergebnis beendet worden. Lediglich der Firmenname "Eterna" wird nun verkauft, was bedeutet, dass die Marke theoretisch weiterbestehen könnte, jedoch ohne Verbindung zum ursprünglichen Unternehmen. Der Gläubigerausschuss hat der geplanten Schließung bis Sommer 2026 zugestimmt, ein exaktes Datum wurde jedoch nicht genannt.
Lange Geschichte und anhaltende finanzielle Probleme
Das 1863 in Wien als Textilwerkstatt und Wäschefabrik gegründete Unternehmen zählte zu den letzten verbliebenen Traditionsbetrieben der einst blühenden deutschen Bekleidungsindustrie. Seit 1927 hat Eterna seinen Hauptsitz in Passau, wo laut Firmenwebseite etwa 400 Mitarbeiter beschäftigt waren. Das Unternehmen war besonders für seine Geschäftshemden bekannt und hatte eine treue Kundschaft unter Büroangestellten und Managern.
Doch schon seit längerer Zeit kämpfte Eterna mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Bereits im Jahr 2021 durchlief das Unternehmen ein Sanierungsverfahren, das jedoch keine nachhaltige Lösung brachte. Im Dezember beantragte Eterna schließlich Insolvenz, was das endgültige Aus einleitete. Die generell schwierige Lage im Modegeschäft, sowohl für die Industrie als auch den Einzelhandel, trug zu den Problemen bei.
Auswirkungen und Hintergründe
Die Schließung von Eterna markiert einen weiteren Verlust für die regionale Wirtschaft in Bayern und die deutsche Textilbranche insgesamt. Die Hemden und Blusen des Unternehmens hängen in zahllosen deutschen Kleiderschränken und symbolisieren eine Ära qualitativ hochwertiger Bekleidungsproduktion. Die Insolvenz verdeutlicht die Herausforderungen, denen traditionelle Hersteller in einem zunehmend globalisierten und wettbewerbsintensiven Markt gegenüberstehen.
Obwohl die Marke "Eterna" möglicherweise unter neuer Führung weiterleben wird, bedeutet das Ende des Betriebs in Passau den Verlust von Arbeitsplätzen und einem Stück industrieller Geschichte. Die genauen Umstände der Schließung und die Zukunft der Marke bleiben abzuwarten, doch fest steht, dass ein bedeutendes deutsches Traditionsunternehmen nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten seine Tore schließt.



