FIFA-Präsident Gianni Infantino hat für diesen Mittwoch zu einer Krisensitzung des Weltverbandes nach Marokko geladen. Das berichten die Zeitung „The Times“ und der englische Sender Sky. Demnach beorderte der heftig in der Kritik stehende Weltverbandschef wichtige Mitarbeiter zu einem Treffen in die Hauptstadt Rabat. Unklar sei allerdings, was der Schweizer dort genau besprechen wolle.
Hintergrund: Gescheiterte Investorenpläne
Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung in der Fußball-Welt gesorgt, als Pläne zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren bekannt wurden. Der FIFA-Präsident lenkte zwar ein und verwarf die Idee – dennoch formiert sich vor allem in Europa heftiger Widerstand gegen ihn. Möglicherweise bedeutet die aktuelle Krise das Ende von Infantinos FIFA-Präsidentschaft.
Vertraute wenden sich ab
In den vergangenen Tagen hatten selbst enge Mitarbeiter Infantinos Kritik an ihrem Chef geübt. FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström beklagte eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie einen „Aufruhr“. Ex-Coach Arsène Wenger, bei der FIFA der Direktor für die globale Fußball-Entwicklung, ging auf Distanz zu Infantino. Dessen enger Vertrauter und Berater Carlos Cordeiro war schon in der vorigen Woche aus Protest zurückgetreten.
Bedeutung von Rabat
In Rabat ist der regionale Hauptsitz der FIFA für Afrika; 2027 stehen dort der 77. FIFA-Kongress sowie die nächsten Präsidentenwahlen an. In der Hauptstadt des WM-Co-Gastgebers von 2030 war Infantino in der vorigen Woche als Gast von König Mohammed VI. öffentlich aufgetreten.



