Massiver Stellenabbau bei der Gates Foundation
Die einflussreiche Bill & Melinda Gates Foundation steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Wie jetzt bekannt wurde, plant die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates (70) bis zum Jahr 2030 den Abbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen. Dies entspricht etwa 20 Prozent der gesamten Belegschaft und markiert einen der größten Einschnitte in der Geschichte der Organisation.
Umbau mit klarem Zeitplan
In einer ersten Phase sollen bis Ende 2027 bereits 200 der derzeit 2.375 Stellen gestrichen werden. Parallel dazu werden Reiseausgaben und weitere Betriebskosten deutlich reduziert. Hintergrund dieser drastischen Maßnahmen ist das für 2026 festgelegte Budget von rund neun Milliarden Dollar, bei dem die Betriebskosten auf maximal 1,25 Milliarden Dollar begrenzt werden sollen.
CEO Mark Suzman betonte in einem Memo an die Mitarbeiter: „Dies ist in vielerlei Hinsicht eine herausfordernde Zeit für unsere Organisation, aber sie unterstreicht auch, dass es von entscheidender Bedeutung ist, jetzt die notwendigen, schwierigen Maßnahmen zu ergreifen.“ Die Stiftung bestätigte die Details der Umstrukturierung, nachdem das „Wall Street Journal“ zuerst darüber berichtet hatte.
Externe Untersuchung zu Epstein-Kontakten
Parallel zum umfangreichen Sparkurs befasst sich die Stiftung erneut mit ihrer heiklen Vergangenheit. Aus dem internen Memo geht hervor, dass CEO Suzman bereits im Februar eine externe Überprüfung der Kontakte zu Jeffrey Epstein sowie der Regeln zur Prüfung neuer Partnerschaften beauftragt hat.
Diese Untersuchung wird ausdrücklich von Bill Gates als Vorsitzendem und allen Vorstandsmitgliedern unterstützt. Gates hatte sich bereits zu Jahresbeginn bei einer Mitarbeiterversammlung für Affären mit zwei Frauen entschuldigt und sein Bedauern über die Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Epstein zum Ausdruck gebracht.
Der Microsoft-Gründer betonte jedoch, dass er sich nicht an Epsteins Verbrechen beteiligt habe. Im Juni soll Gates vor dem US-Kongress zu diesen Vorwürfen aussagen.
86-Milliarden-Dollar-Stiftung im Wandel
Die Gates Foundation verwaltet ein Vermögen von 86 Milliarden Dollar und engagiert sich vor allem in der globalen Gesundheits- und Entwicklungsarbeit, mit besonderem Fokus auf Afrika. Die Organisation befindet sich in einem grundlegenden Umbruch, der durch mehrere Faktoren beschleunigt wird:
- Bill Gates plant, die Stiftung bis 2045 aufzulösen, um das Vermögen schneller und gezielter zu seinen Lebzeiten einzusetzen
- Melinda French Gates (61), die Ex-Frau von Bill Gates, hat den Vorstand verlassen
- Warren Buffett (95) hat seine langjährige Vorstandstätigkeit beendet
Buffett hatte von 2006 bis 2024 etwa 43 Milliarden Dollar an die Stiftung gespendet. In einem CNBC-Interview deutete der Investor an, möglicherweise keine weiteren Spenden mehr zu tätigen. Seine Entscheidung darüber wird traditionell im Juni bekannt gegeben.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass selbst eine der mächtigsten philanthropischen Organisationen der Welt nicht vor tiefgreifenden Veränderungen und externen Prüfungen gefeit ist. Die Kombination aus massivem Stellenabbau und der Aufarbeitung der Epstein-Verbindungen stellt die Gates Foundation vor eine ihrer größten Bewährungsproben.



