Der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse hat zum Abschluss seiner Amtszeit erneut einen Gewinnrückgang präsentiert. Im ersten Quartal 2026 verdiente der Münchner Autobauer unter dem Strich rund 1,67 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das entspricht einem Minus von etwa 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings ist der direkte Vergleich nicht ganz fair, da die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle damals noch nicht in Kraft waren.
Umsatz und Absatz rückläufig
Der Umsatz von BMW sank um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro. Gründe hierfür sind unter anderem Währungseffekte und ein Absatzrückgang von 3,5 Prozent auf 565.780 Fahrzeuge. Besonders die anhaltende Schwäche in China belastet den Konzern – ein Problem, das alle deutschen Hersteller betrifft. Die guten Geschäfte in Europa konnten den Rückgang nicht ausgleichen. Positiv vermerkt BMW jedoch starke Bestellungen in Europa: „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres“, betonte Zipse. Er sieht das Unternehmen mit der Einführung der Neuen Klasse gut aufgestellt.
Sparmaßnahmen ohne großes Programm
Trotz der aktuellen Entwicklung will BMW Kosten sparen, jedoch ohne große Sparprogramme anzukündigen. Finanzvorstand Walter Mertl erklärte: „Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten. Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.“ Die US-Zölle werden BMW auch im laufenden Geschäftsjahr belasten, wenngleich etwas weniger als 2025.
Ende einer Ära: Zipse übergibt an Nedeljkovic
Oliver Zipse bleibt noch bis zur Hauptversammlung am 13. Mai im Amt. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic, der bisher als Produktionsvorstand tätig war – eine Position, die auch Zipse vor seinem Aufstieg innehatte. Nedeljkovic übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Zipses Amtszeit war geprägt von der Corona-Pandemie, der Chipkrise, dem Ukraine-Krieg, Preiskämpfen in China und den US-Zöllen, aber auch von einem Rekordgewinn und der Entwicklung der Neuen Klasse als wichtigen Schritt in der Elektromobilität.
BMW im Vergleich besser als Mercedes und VW
Im innerdeutschen Vergleich schneidet BMW weiterhin am besten ab. Im ersten Quartal erzielte BMW einen höheren Gewinn als der Erzrivale Mercedes (1,43 Milliarden Euro) und der deutlich größere VW-Konzern (1,56 Milliarden Euro). Damit setzt sich der Trend aus dem Gesamtjahr 2025 fort.



