Wolfgang Grupp nach Suizidversuch zurück: Erster großer Auftritt mit Gregor Gysi in Tübingen
Grupp nach Suizidversuch: Erster Auftritt mit Gysi

Wolfgang Grupp kehrt zurück: Erster großer Auftritt nach schwerer Krise

Er war eine der markantesten Stimmen der deutschen Wirtschaft: Wolfgang Grupp, der legendäre Ex-Chef des Textilunternehmens Trigema, der in Talkshows stets klare Kante zeigte. Doch dann kam der tiefe Einschnitt. Im Juli 2025 versuchte der 83-Jährige, sich das Leben zu nehmen. Acht Monate später meldet sich die Kultfigur nun erstmals wieder öffentlich zu Wort.

Talkrunde im Neuen Kunstmuseum Tübingen

Am Montagabend fand im Neuen Kunstmuseum in Tübingen ein besonderes Ereignis statt: Wolfgang Grupp traf sich zu einer Talkrunde mit dem ehemaligen Linken-Chef Gregor Gysi (78). Die Veranstaltung war Teil von Gysis Gesprächsreihe „Gysis Begegnungen“ und markierte Grupps ersten großen Auftritt seit seinem Suizidversuch.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung zeigte Grupp sich offen über seine aktuelle Verfassung: „Ich habe noch Beschwerden. Ich höre nicht mehr so hundertprozentig. Ich würde am liebsten alles ungeschehen machen. Aber das ist nicht mehr möglich“, sagte der Unternehmer bei der Begrüßung vor dem Museum.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Weg zurück ins Leben

Der 7. Juli 2025 hatte alles verändert. Wolfgang Grupp hatte an diesem Morgen versucht, sich mit einer Schusswaffe das Leben zu nehmen. Schwer verletzt wurde er per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Die Einladung von Gregor Gysi für die Gesprächsreihe lag bereits vor, musste aber verschoben werden.

Nun holte Grupp den Termin nach – und hielt Wort. Der Textilunternehmer erschien in gewohnt eleganter Aufmachung: dunkelblauer Zweireiher, pinkfarbene Krawatte und passendes Einstecktuch. Mit festem Schritt stieg er gemeinsam mit Gysi eine Wendeltreppe hinab in den Saal, wo 425 Zuschauer auf die beiden warteten.

Zwischen Humor und Ernsthaftigkeit

Während der rund 70-minütigen Gesprächsrunde zeigte sich Wolfgang Grupp von verschiedenen Seiten:

  • Er brachte das Publikum mit humorvollen Anekdoten zum Lachen
  • Er sprach über seine täglichen Besuche in der Hauskapelle zum Beten
  • Er erwähnte, dass er nach seinem Suizidversuch seinen Jagdschein abgegeben habe

Die entscheidende Frage kam von Gregor Gysi: „Sind Sie nach dem Suizidversuch wieder in der Lage, Ihr Leben zu genießen?“ Grupp hielt den Atem an, presste die Lippen aufeinander, nickte dann langsam und antwortete: „Dass der Suizidversuch nicht geklappt hat, war Vorsehung. Sonst hätte ich nicht dieses Gespräch mit Ihnen führen können.“

Mehr als nur Unterhaltung

Dieser Abend im Neuen Kunstmuseum Tübingen war weit mehr als eine unterhaltsame Talkrunde. Er symbolisierte einen Neuanfang und zeigte, dass selbst nach den tiefsten Tälern der Hoffnungslosigkeit das Leben wieder lebenswert werden kann. Wolfgang Grupps Rückkehr auf die öffentliche Bühne gibt vielen Menschen Hoffnung und zeigt, dass auch schwere persönliche Krisen überwunden werden können.

Die Veranstaltung markiert einen wichtigen Schritt in der persönlichen Entwicklung des 83-jährigen Unternehmers, der jahrzehntelang als Stimme der deutschen Wirtschaft bekannt war und nun einen neuen, persönlicheren Weg beschreitet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration