Ägyptischer Milliardär übernimmt Kontrolle bei Adidas
Bei Adidas steht ein bedeutender Wechsel an der Unternehmensspitze bevor. Der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris wird nach der Hauptversammlung im Mai neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats. Der 65-jährige Unternehmer, dessen Vermögen auf rund 9,2 Milliarden Dollar geschätzt wird, gilt als reichster Mann Ägyptens. Er baut sein Imperium mit dem Konzern OCI im Bereich Düngemittel und Industriechemie auf und wechselt nun in eine Schlüsselposition beim Sportartikelhersteller.
Einflussreicher Großaktionär überwacht die Drei Streifen
Sawiris ist seit 2016 Mitglied des Aufsichtsrats und hält über seine Investmentgesellschaft NNS etwa 6 Prozent der Adidas-Aktien. Damit ist er nicht nur der oberste Kontrolleur, sondern zugleich einer der größten Einzelaktionäre des Konzerns. Seine Ernennung unterstreicht die strategische Bedeutung, die Adidas internationalen Investoren beimisst. Zudem soll Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, als neues Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt werden.
Kontinuität im Vorstand: CEO Gulden bleibt bis 2030
An der operativen Spitze setzt Adidas auf Stabilität. Bjørn Gulden, der ehemalige Fußballprofi, hat seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender bis Ende 2030 verlängert. Gulden übernahm den Konzern 2023 in einer schwierigen Phase und führte ihn zurück auf Wachstumskurs. Klassische Modelle wie Samba und Gazelle entwickelten sich erneut zu Verkaufsschlagern, was die Nachfrage deutlich steigerte. Im Jahr 2025 erzielte Adidas mit 24,8 Milliarden Euro einen historischen Umsatzrekord, und auch der Gewinn legte spürbar zu.
Ambitionierte Ziele für das WM-Jahr 2026
Für das Jahr 2026, in dem die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika stattfindet, plant Adidas einen zusätzlichen Umsatz von etwa zwei Milliarden Euro. Trotz dieser optimistischen Prognose bleibt die Börse zurückhaltend. Obwohl der Konzern Rekordzahlen vorweisen kann, verlor die Aktie innerhalb der letzten zwölf Monate mehr als ein Drittel ihres Wertes. Investoren verweisen auf das angespannte Konsumklima und Unsicherheiten im globalen Handel. Um Vertrauen zurückzugewinnen, plant Adidas eine höhere Dividende und einen Aktienrückkauf von bis zu einer Milliarde Euro.
Neue Ausrichtung für die Zukunft
Mit einem einflussreichen Großaktionär an der Spitze des Aufsichtsrats und einem langfristig gebundenen Vorstandschef positioniert sich Adidas strategisch für die kommenden Jahre. Die Kombination aus erfahrener Führung und finanzieller Stärke soll den Weg für nachhaltiges Wachstum ebnen. Jetzt liegt der Fokus darauf, den Börsenkurs wieder in positive Richtung zu lenken und die Marktposition weiter auszubauen.



