Halberstädter Traditionsbäckerei meldet Insolvenz an: Domstollen-Produzent in der Krise
Die für ihren berühmten Halberstädter Domstollen bekannte Traditionsbäckerei hat Insolvenzantrag gestellt. Wie aus einer Mitteilung des Amtsgerichts Magdeburg hervorgeht, wurde bereits in der vergangenen Woche ein vorläufiger Sachwalter für die Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH (HBK) bestellt.
Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung
Das Sanierungsverfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt, um sich wirtschaftlich neu aufzustellen, teilte das Beratungsunternehmen Innovatis mit, das den Prozess als Restrukturierungsexperte begleitet. Der Geschäftsbetrieb wird während der Sanierung fortgeführt. Zuerst hatte die „Magdeburger Volksstimme“ über die Insolvenz berichtet.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen verschärfen sich
In den vergangenen Monaten hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verschärft, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. Steigende Kosten und verändertes Konsumverhalten hätten zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt. Das Unternehmen wurde 1963 als PGH „Bäcker“ gegründet und 1991 nach der Wende umstrukturiert.
Mehr als 120 Mitarbeiter und 20 Filialen betroffen
Nach Unternehmensangaben sind derzeit mehr als 120 Mitarbeiter bei der Bäckereikette beschäftigt. Das Unternehmen unterhält gut 20 Filialen in der Region. Der berühmte Domstollen wird handgefertigt und im Herbst für mehrere Wochen im Remterkeller des Halberstädter Doms eingelagert, wo er im feuchten Klima reift.
Die Bäckerei hofft, durch das Sanierungsverfahren die wirtschaftliche Krise zu überwinden und ihre Tradition fortzusetzen. Die genauen Gründe für die Insolvenz werden derzeit analysiert, während der Betrieb vorerst weiterläuft.



