Heckler & Koch: Ukraine-Krieg treibt Waffengeschäft zu Rekordumsätzen
Seit mehr als vier Jahren tobt der Krieg in der Ukraine, und für Deutschlands Waffenbranche bedeutet dies einen starken Rückenwind. Bei Heckler & Koch, dem größten Hersteller von Handfeuerwaffen in Deutschland, zeigen sich die Auswirkungen deutlich in den Geschäftszahlen. Das Unternehmen aus Oberndorf im Nordschwarzwald meldet Rekordwerte und volle Auftragsbücher, angetrieben durch die globale Sicherheitslage.
Rekordumsätze und steigende Gewinne
Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Heckler & Koch um beeindruckende 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro – ein historischer Höchstwert in der Firmengeschichte. Das Nachsteuerergebnis schnellte sogar um ein Viertel auf 39,5 Millionen Euro in die Höhe. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt: Während der Auftragseingang 2024 noch bei 426,2 Millionen Euro lag, erreichte er ein Jahr später mit 802 Millionen Euro fast das Doppelte, ebenfalls ein Firmenrekord.
„Die globale Sicherheitslage bleibt angespannt“, erklärt Firmenchef Jens Bodo Koch. Diese Situation treibe die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens kontinuierlich an. Heckler & Koch stellt Sturmgewehre, Maschinengewehre, Pistolen, Maschinenpistolen und Granatwerfer her und beschäftigt derzeit 1.340 Mitarbeiter, 84 mehr als im Jahr 2024. Bis 2028 soll die Belegschaft auf etwa 1.600 Personen anwachsen.
Massive Investitionen in die Zukunft
Das Unternehmen investiert kräftig in seine Zukunftsfähigkeit. Zwischen 2019 und 2024 flossen rund 100 Millionen Euro in Automatisierung und moderne Infrastruktur. Für den Zeitraum von 2025 bis 2028 sind sogar Investitionen von 235 Millionen Euro geplant. „Der Ausbau unserer Kapazitäten und die Weiterentwicklung unserer Produktionsprozesse sichern unsere Wettbewerbefähigkeit langfristig“, betont Manager Koch, dessen Namensgleichheit mit dem des Firmengründers Theodor Koch rein zufällig ist.
Etwa 85 Prozent des Personals arbeiten in Deutschland, vor allem am Stammsitz in Oberndorf, mit weiteren kleineren Standorten in den USA und Großbritannien. In den USA betreibt Heckler & Koch ein Montagewerk, und der nordamerikanische Markt ist mit einem Umsatzanteil von etwa einem Viertel besonders wichtig. Dort kaufen auch Privatleute Pistolen der Schwarzwälder Waffenschmiede, während das zivile Geschäft in Europa sehr gering ausfällt.
Größter Kunde Bundeswehr und neue Geschäftsfelder
Größter Kunde von Heckler & Koch ist die Bundeswehr, die derzeit schrittweise 80.000 neue Sturmgewehre von dem Unternehmen erhält. Ein Rahmenvertrag ermöglicht sogar Bestellungen von bis zu 250.000 Exemplaren, womit das in die Jahre gekommene Gewehr 36 (G36) als Standardgewehr der Bundeswehr abgelöst wird, das ebenfalls von Heckler & Koch hergestellt worden war.
Zu den Konkurrenten des Unternehmens gehören Beretta aus Italien, der zur tschechischen CZ-Gruppe gehörende US-Waffenhersteller Colt und Haenel aus Thüringen. Neben dem Kerngeschäft erschließt Heckler & Koch neue Felder: Die Herstellung von besonders präziser Spezialmunition für Polizei-Einsatzkräfte hat bereits begonnen, und ein Granatmaschinenwerfer zur Drohnenabwehr soll nach erfolgreichen Erprobungen ab 2027 verkauft werden. Zudem peilt das Unternehmen Sturmgewehr-Großaufträge in Rumänien und Südkorea an.
<3>Stabile und profitable EntwicklungInsgesamt arbeitet Heckler & Koch stabil und profitabel. Die gestiegene Produktivität durch die Investitionen in Automatisierung und Infrastruktur verspricht weitere Wachstumsimpulse. In einer unsicheren Weltlage profitiert die Waffenschmiede aus dem Schwarzwald von der erhöhten Nachfrage nach Sicherheitslösungen und positioniert sich mit strategischen Erweiterungen für die Zukunft.



