Insolvenzen in Deutschland: Leichter Anstieg im Jahresvergleich
Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland hat sich im Jahresvergleich leicht erhöht. Das Halle Institute for Economic Research (IWH) meldet für den Januar 2026 insgesamt 1.391 Insolvenzfälle. Dies bedeutet zwar einen Rückgang um acht Prozent gegenüber dem Vormonat Dezember 2025, stellt jedoch einen Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres dar.
Arbeitsplätze massiv betroffen
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den betroffenen Arbeitsplätzen. Laut IWH waren in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen im vergangenen Monat fast 17.000 Beschäftigte betroffen. Dies entspricht einem Anstieg von zehn Prozent gegenüber Dezember 2025 und sogar 18 Prozent mehr als im Januar 2025. Die Insolvenzen treffen damit Tausende von Arbeitnehmern direkt.
Hohe Zahlen für das erste Quartal erwartet
Trotz des leichten Rückgangs im Januar prognostizieren die Expertinnen und Experten des IWH für das erste Quartal 2026 weiterhin hohe Insolvenzzahlen. „Während die Zahlen im Februar und März weiterhin als hoch prognostiziert werden, sei dann ab April jedoch Entspannung möglich“, heißt es in der aktuellen Analyse. Es wird mit einer Stabilisierung auf hohem Niveau gerechnet, was bedeutet, dass die Insolvenzaktivität zwar nicht weiter steigt, aber auch nicht signifikant sinkt.
Betroffene Branchen und Hintergründe
Unter den insolventen Unternehmen befanden sich im Januar mehrere größere Personaldienstleister, eine bedeutende Autovermietung sowie ein größerer Gebäudedienstleister. Das IWH erhebt seit Jahresbeginn 2020 systematisch Daten zu insolventen Personen- und Kapitalgesellschaften, was eine fundierte Analyse der langfristigen Trends ermöglicht.
Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen für deutsche Unternehmen. Die Experten betonen, dass trotz möglicher Entspannung ab dem zweiten Quartal die Situation für viele Betriebe weiterhin angespannt bleibt. Die hohe Zahl betroffener Arbeitsplätze zeigt zudem die sozialen Auswirkungen der Insolvenzwelle.



