Malchower Sägewerk: Wie norddeutsche Buche zum globalen Exportschlager wird
Malchower Sägewerk: Buche wird globaler Exportschlager

Malchower Sägewerk: Wie norddeutsche Buche zum globalen Exportschlager wird

Im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte verwandelt sich seit mehr als 25 Jahren norddeutsche Buche in hochwertige Bretter, die weltweit gefragt sind. Das Laubholzsägewerk Malchow der Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG hat in seiner Geschichte sowohl wirtschaftliche Höhenflüge als auch tiefe Krisen erlebt – heute läuft die Produktion jedoch wieder stabil und erfolgreich.

Europas drittgrößtes Laubholzsägewerk

Mit einer jährlichen Verarbeitungsmenge von rund 140.000 Festmetern Buche positioniert sich der Malchower Standort laut Unternehmensangaben als Europas drittgrößtes Laubholzsägewerk. Diese Dimensionen werden besonders anschaulich, wenn man die täglichen Abläufe betrachtet: Pro Stunde verlassen etwa 2000 Bretter das Werk, während täglich 30 bis 35 Lkw-Ladungen Rundholz am Werktor eintreffen. In Siebeneinhalb-Stunden-Schichten sorgen fast 100 Mitarbeiter dafür, dass die Sägen kontinuierlich laufen.

Vom Baumstamm zum Exportprodukt

Standortleiter Ralf Perske führte kürzlich Teilnehmer des Unternehmertreffens „MSEregional“ durch die Produktionshallen und erläuterte die einzelnen Verarbeitungsschritte. „Die Sägeholz-Ausbeute liegt bei 58 Prozent“, erklärt Perske. Der Rest – Verschnitt, Hackschnitzel und Sägespan – wird keineswegs verschwendet. Aus diesen Nebenprodukten entstehen vor Ort Premiumbriketts für Kaminöfen, während andere Reststoffe zu Papier oder Spannplatten weiterverarbeitet werden.

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Die Verarbeitung beginnt mit der Anlieferung der Baumstämme, gefolgt von der Entrindung und dem ersten, möglichst optimal gesetzten Schnitt. Einige der eingesetzten Maschinen, darunter spezielle Kräne für den Stammtransport, wurden sogar im eigenen Unternehmen entwickelt und gebaut.

Globaler Absatz mit regionaler Rohstoffbasis

Die in Malchow produzierten Baubuchen-Bretter finden ihren Weg in mehr als 70 Länder weltweit. Die Hauptabsatzmärkte sind dabei die USA und China, die zusammen etwa 80 Prozent der Produktion abnehmen. Diese globale Reichweite steht im Kontrast zur regionalen Rohstoffbeschaffung: „Wir beziehen Holz aus den Wäldern in einem Umkreis von ungefähr 250 Kilometern“, betont Perske.

Der große Vorteil dieser regionalen Beschaffung liegt in der Nachhaltigkeit und Sicherheit der Rohstoffversorgung. Buche ist ein heimischer und nachwachsender Rohstoff, und der Waldanteil in Deutschland wächst kontinuierlich – insbesondere durch den Umbau hin zu mehr Mischwald. Diese Rohstoffsicherheit bildet eine stabile Basis für die Exportorientierung des Unternehmens.

Wechselvolle Geschichte mit erfolgreichem Neustart

Die Geschichte des Sägewerks begann im Februar 2000, als Pollmeier Massivholz – ein Familienunternehmen mit weiteren großen Sägewerken in Deutschland – in Malchow investierte. Entscheidende Faktoren waren die verkehrsgünstige Lage mit Autobahn- und Bahnanschluss sowie eine gute Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung.

Doch 2011 kam es zu einem dramatischen Einschnitt: Die Nachfrage nach Massivholz brach ein, die Preise verfielen, und Waldbesitzer ließen ihre Bäume lieber stehen. Das Sägewerk musste schließen, für 86 Mitarbeiter wurde ein Sozialplan erstellt. „Teile des Sägewerks waren sogar schon demontiert“, erinnert sich Perske an diese schwierige Phase.

Erst als Nachfrage und Preise in den Folgejahren wieder stiegen, lohnte sich der Wiederanlauf. 2015 erfolgte der Neustart – und heute arbeiten wieder fast 100 Menschen am Standort Malchow. Die anhaltenden Verwerfungen in der Weltwirtschaft mit Zöllen und gestiegenen Energiekosten stellen zwar weiterhin Herausforderungen dar, doch das Unternehmen hat sich als widerstandsfähig erwiesen.

Wirtschaftsvernetzung in der Region

Das Unternehmertreffen „MSEregional“, bei dem Perske die Führung durch das Sägewerk übernahm, ist Teil einer Initiative der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte. Geschäftsführerin Sabine Lauffer erklärt: „Bis zu dreimal im Jahr laden wir zu diesem Format ein.“ Auch in einer zunehmend digitalisierten Welt bleibe das persönliche Gespräch unersetzlich – besonders für das Knüpfen erster Kontakte und die regionale Vernetzung.

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„Es kommt vor, dass ein potenzieller Partner, Lieferant oder Dienstleister, von dem man bislang nichts wusste, direkt um die Ecke sitzt“, so Lauffer. Neben dem Sägewerk in Malchow fanden MSEregional-Treffen bereits in der Brauerei Dargun, bei Conow Anhängerbau in der Feldberger Seenlandschaft und der Firma New Environment Plasma in Friedland statt. Diese Veranstaltungen bieten nicht nur Networking-Möglichkeiten, sondern auch interessante Einblicke in die vielfältige Wirtschaft der Region.