Die Zahl der Paketautomaten in Deutschland wächst rasant. Der österreichische Anbieter Myflexbox hat seine Standorte innerhalb eines Jahres von 602 auf 1.416 mehr als verdoppelt, wie das Unternehmen mitteilte. Marktführer DHL bietet bereits rund 18.000 solcher Stationen an, rund 3.000 mehr als Anfang 2025. Bis 2030 sollen es 30.000 sein.
Boomender Paketmarkt und die Suche nach Alternativen
Die Paketbranche in Deutschland boomt: Milliarden Sendungen werden jährlich zugestellt, da die Menschen immer mehr Waren im Internet bestellen. Die klassische Haustürzustellung gilt dabei als teuer und ineffizient. „Die klassische Haustürzustellung ist historisch gesehen der teuerste und ineffizienteste Teil der Lieferkette“, sagt Myflexbox-Chef Jonathan Grothaus. Automaten senkten die Stopp-Kosten der Logistiker drastisch und eliminierten klimaschädliche „Ehrenrunden“, wenn Paketzusteller erfolglos an Haustüren klingelten.
„Out of Home“-Alternativen wie Paketshops und Automaten gewinnen daher an Bedeutung. Letztere haben den Vorteil, dass sie rund um die Uhr verfügbar sind. Myflexbox ist anbieterunabhängig und nimmt Sendungen von DPD, Hermes, Fedex und UPS an. Das Unternehmen gehört britischen Finanzinvestoren und verzeichnet ein starkes Wachstum: Vor zwei Jahren gab es nur 244 Standorte in Deutschland, nun sind es fast sechsmal so viele. In Österreich betreibt Myflexbox rund 700 Automaten.
Expansion in Städte und Gemeinden
„Unser Ziel ist die maximale Verdichtung der Infrastruktur nicht nur in urbanen Ballungsräumen, sondern auch in kleineren Gemeinden ab circa 5.000 Einwohnern“, sagt Grothaus. „Wir wollen 'Out of Home'-Zustellung deutlich näher an den Alltag der Menschen bringen: Also dorthin, wo sie ohnehin unterwegs sind.“ Als Beispiele nennt er Supermärkte, Wohnquartiere, Tankstellen, Bahnhöfe, Bürostandorte und Einkaufszentren.
DHL setzt im Wesentlichen auf eigene Automaten, also Packstationen und Poststationen, bei denen man auch Briefmarken kaufen und Briefe einwerfen kann. Zudem hat der gelbe Riese die Tochterfirma Deinfach, bei der auch andere Firmen ihre Pakete deponieren können und dafür Miete zahlen. Auch andere Anbieter bauen ihr Automatennetz aus, allerdings werden die Stellflächen besonders in größeren Städten knapp.



