Konkurrent übernimmt Traditionsmarke: Räumungsverkauf bei Hemden-Hersteller Eterna gestartet
Es ist ein bedeutender Umbruch in der deutschen Modeindustrie: Der langjährige Konkurrent Olymp hat die Markenrechte des traditionsreichen Hemden-Herstellers Eterna übernommen. Während Olymp die Marke für die Zukunft sichern will, läuft in den Eterna-Filialen bereits der finale Räumungsverkauf.
Das Ende einer 163-jährigen Unternehmensgeschichte
Eterna hatte bereits Mitte Dezember 2025 Insolvenz angemeldet und kürzlich die endgültige Einstellung des Geschäftsbetriebs zum Sommer 2026 bekannt gegeben. Nach Informationen der BILD waren zuletzt noch etwa 400 Mitarbeiter bei der Mode-Kette beschäftigt, die ihre Kündigungen zum 30. Juni 2026 erhalten haben. Bundesweit betreibt das Unternehmen 33 Läden, weltweit wurden tausende Händler beliefert.
Der Online-Shop des deutschen Modeherstellers ist nicht länger aktiv. Auf der Internetseite heißt es: „Neue Bestellungen sind daher derzeit leider nicht mehr möglich.“ Ein Hinweis informiert Kunden, dass in den Stores noch bis Ende Juni eingekauft werden kann.
Räumungsverkauf in ersten Filialen angelaufen
Wie der Münchner Merkur berichtet, hat die Modemarke mit dem Räumungsverkauf in ersten Filialen begonnen. Mehrere Medien melden, dass es in Bonn und Wiesbaden bereits Abverkäufe gibt. Auch in Nürnberg hängen an den Schaufenstern eines Geschäftes deutlich sichtbare Hinweisschilder mit Aufschriften wie „Alles muss raus“ und „3 Blusen 99 Euro“.
Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther erklärte gegenüber BILD: „Wir versuchen zurzeit, für einen kleinen Teil der Filialen einen Kaufvertrag mit einem Interessenten zu schließen, der ggf. auch einige Mitarbeiter übernehmen könnte.“
Olymp will Marke Eterna wieder etablieren
Mark Bezner, Inhaber und CEO der Olymp Bezner-Gruppe aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg, zeigte sich in einer offiziellen Mitteilung respektvoll gegenüber dem langjährigen Konkurrenten: „Wir haben großen Respekt vor der unternehmerischen Leistung unseres langjährigen Marktbegleiters Eterna, der den deutschen und europäischen Hemden-Markt jahrzehntelang mit Olymp geprägt hat.“
Der Olymp-Chef gab zudem einen Ausblick auf die Zukunft der übernommenen Marke: „Wir prüfen bereits verschiedene Szenarien, wie wir die Marke Eterna für die vielen treuen Markenanhänger und Handelspartner wieder erfolgreich im Markt etablieren können.“
Schwierige Lage in der Modebranche
Die Insolvenz von Eterna steht exemplarisch für die herausfordernde Situation in der deutschen Modebranche. Eterna hatte zunächst Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, doch es fand sich kein Investor für das gesamte Unternehmen. Bereits zuvor hatte die bekannte Mode-Kette Wormland Insolvenz angemeldet.
Auch beim Mode-Discounter KiK gibt es aktuell einen harten Einschnitt: Europaweit sollen 300 Filialen schließen. Als einer der Hauptgründe wird die Konsumzurückhaltung der Bevölkerung bei gleichzeitig steigenden Kosten für Unternehmen genannt. Die Kombination aus verändertem Kaufverhalten und wirtschaftlichem Druck stellt viele Modeunternehmen vor existenzielle Herausforderungen.
Mit der Übernahme der Markenrechte durch Olymp bleibt zumindest der Name Eterna erhalten, während das ursprüngliche Unternehmen nach 163 Jahren Geschichte sein endgültiges Aus findet. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Olymp die traditionsreiche Marke in einem schwierigen Marktumfeld neu positionieren wird.



