Rheinmetall verzeichnet Rekordgewinn und erwartet weiteres Wachstum durch Irankrieg
Rheinmetall: Rekordgewinn und Wachstum durch Irankrieg

Rheinmetall erzielt Rekordergebnis und blickt optimistisch in die Zukunft

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Geschäftsjahr 2025 beeindruckende Zahlen vorgelegt. Sowohl Umsatz als auch Gewinn verzeichneten zweistellige Zuwächse, was das Unternehmen auf seine starke Position in einer von Krisen geprägten Welt zurückführt.

Solide Finanzergebnisse für 2025

Für das vergangene Jahr meldete Rheinmetall einen Umsatzanstieg um 29 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel das operative Ergebnis aus, das vor Steuern und Sondereffekten um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro kletterte. Besonders das margenstarke Geschäft mit Waffen und Munition trug zu diesem Erfolg bei.

Der Auftragsbestand erreichte mit 63,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Die Aktionäre profitieren von dieser positiven Entwicklung durch eine kräftig erhöhte Dividende von 11,50 Euro je Anteilsschein.

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Ambitionierte Prognosen für 2026

Für das laufende Jahr zeigt sich Rheinmetall äußerst optimistisch. Der Konzernumsatz soll um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro steigen. Die operative Marge wird voraussichtlich auf 19 Prozent klettern, nach 18,5 Prozent im Vorjahr.

Der Auftragsbestand könnte sich bis Jahresende mehr als verdoppeln und die Marke von 135 Milliarden Euro erreichen. "Die angespannte sicherheitspolitische Lage untermauert die aussichtsreiche Position des Konzerns", teilte das Unternehmen mit.

Irankrieg als Wachstumstreiber

Waffen von Rheinmetall kommen nach Unternehmensangaben auch im Irankrieg zum Einsatz. Das Unternehmen will etwa den USA helfen, ihre durch die heftigen Angriffe auf Iran geleerten Raketen-Arsenale wieder aufzufüllen. Rheinmetall hatte jüngst angekündigt, die Raketenfertigung so schnell wie möglich ausbauen zu wollen.

Bereits seit der Ausweitung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine 2022 buhlen viele Staaten um Kapazitäten der westlichen Rüstungsindustrie. Der Irankrieg könnte diese Lage noch einmal verschärfen und zusätzliche Nachfrage generieren.

Langfristige Strategie und strukturelle Veränderungen

Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich zur Vorlage der Zahlen selbstbewusst: "Wir werden gebraucht, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erhöhen und eine wirksame Abschreckung zu schaffen", bilanzierte er.

Der Konzern hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt:

  • Der Umsatz soll sich bis 2030 auf rund 50 Milliarden Euro erhöhen
  • Die operative Marge soll dann bei über 20 Prozent liegen
  • Ab 2027 sollen jährlich etwa 1,5 Millionen Artilleriegranaten produziert werden

Strukturell vollzieht Rheinmetall bedeutende Veränderungen. Vom zivilen Geschäft mit der Autoindustrie will sich das Unternehmen verabschieden - ein Schritt, den Papperger als "schwer" bezeichnete. Stattdessen konzentriert sich der Konzern auf fünf Kernsparten:

  1. Kampffahrzeuge
  2. Munition
  3. Air Defence
  4. Digitales
  5. Marine

Börsenreaktion und Analystenmeinungen

Trotz der positiven Zahlen reagierten Anleger an den Börsen verhalten. Der Aktienkurs des Rüstungskonzerns verlor am Mittwoch rund fünf Prozent und zählte damit zu den Verlierern im Dax. Analysten wiesen darauf hin, dass die neue Prognose für den operativen Gewinn 2026 etwa zwei Prozent unter der Konsensschätzung liege.

Dennoch bleibt Rheinmetall zuversichtlich. Mit neuen Fabriken in Europa will das Unternehmen die Munitionsproduktion deutlich steigern und von der weltweit steigenden Nachfrage nach Verteidigungstechnologie profitieren. Die Aufrüstung der Bundeswehr und anderer europäischer Streitkräfte bietet zusätzliches Potenzial für das krisenerprobte Unternehmen.

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