Sennheiser Kopfhörer-Sparte steht zum Verkauf: Schweizer Sonova trennt sich von Traditionsmarke
Die deutsche Traditionsmarke Sennheiser, seit Jahrzehnten Synonym für hochwertigen Sound, steht erneut vor einem bedeutenden Wendepunkt. Der Schweizer Hörgeräte-Spezialist Sonova hat überraschend angekündigt, die erst vor vier Jahren übernommene Kopfhörer-Sparte des Unternehmens wieder verkaufen zu wollen. Diese Entscheidung kommt nur wenige Jahre nach der teuren Akquisition und wirft Fragen zur Zukunft der Premium-Marke auf.
Strategische Neuausrichtung: Sonova konzentriert sich auf Kerngeschäft
Als Hauptgrund für den geplanten Verkauf nennt Sonova den Wunsch, sich künftig wieder stärker auf das eigene Kerngeschäft zu fokussieren. Dieses liegt vorrangig im Bereich Hörgeräte und Cochlea-Implantate, also medizinischen Lösungen für Menschen mit Hörverlust. Die Unterhaltungselektronik-Sparte mit Kopfhörern und Soundbars passt offenbar nicht mehr zur strategischen Ausrichtung des Schweizer Unternehmens.
Eine Sprecherin von Sennheiser bestätigte gegenüber Medien: „Sonova hat uns über die strategische Entscheidung informiert. Wir verfolgen daher die nächsten Schritte und bleiben im engen Austausch mit Sonova.“ Die 1945 gegründete Traditionsmarke hatte ihre Kopfhörer-Sparte 2022 für 200 Millionen Euro an den Hörgeräte-Spezialisten verkauft, der seitdem unter Lizenz Audioprodukte herstellt.
Stabile Geschäftsabläufe trotz Verkaufsplänen
Das Consumer-Hearing-Geschäft von Sonova beschäftigt weltweit etwa 600 Mitarbeiter, davon rund 190 am deutschen Standort in Hannover. Eine Unternehmenssprecherin betonte: „Der stabile und verlässliche Fortgang des operativen Geschäfts hat für uns höchste Priorität. Für unsere Mitarbeiter bedeutet das: Das Tagesgeschäft bleibt unverändert.“
Produktlinien, Servicelevels, Lieferzusagen und Ansprechpartner sollen demnach fortbestehen. Mit dem geplanten Verkauf seien zunächst keine personellen Veränderungen verbunden. Die Sprecherin erklärte weiter: „Für die Kolleginnen und Kollegen ergeben sich aktuell keine Veränderungen ihrer Aufgaben oder ihrer Tätigkeit.“
Suche nach dem idealen Käufer
Sonova hat das Ziel erklärt, für die Sonova Consumer Hearing GmbH „den bestmöglichen Eigentümer für dieses Geschäft zu finden“. Idealerweise solle ein Partner gefunden werden, der das Potenzial der traditionsreichen Marke voll ausschöpfen könne. Ob bereits ein Käufer in Aussicht steht oder wie der Verkaufsprozess konkret ablaufen wird, bleibt jedoch völlig offen.
Die Unternehmenssprecherin von Sonova äußerte sich dazu zurückhaltend: „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu potenziellen Käufern oder laufenden Gesprächen. Unser Fokus liegt darauf, in den kommenden Monaten einen strukturierten Veräußerungsprozess durchzuführen.“
Die Übernahme vor vier Jahren hatte große Erwartungen geweckt, die sich offenbar nicht erfüllt haben. Nun steht die Zukunft der renommierten Kopfhörer-Marke erneut auf dem Spiel, während Sonova seine strategische Ausrichtung korrigiert und sich wieder auf sein medizinisches Kerngeschäft konzentrieren will.



