Niedersächsischer Spielhallen-Betreiber nach fünf Jahrzehnten in der Krise
In Niedersachsen hat der traditionsreiche Spielhallen-Betreiber Playland Casino GmbH Insolvenz angemeldet. Das Familienunternehmen, das vor fast 50 Jahren gegründet wurde, steht vor einer ungewissen Zukunft. Rund 50 Mitarbeiter bangen derzeit um ihre Arbeitsplätze, während das Management versucht, das Unternehmen zu sanieren.
Sechs Standorte in Niedersachsen gefährdet
Das Unternehmen betreibt Spielhallen mit Geldspielautomaten an mehreren Standorten in Niedersachsen. Besonders bekannt ist die Filiale auf der ostfriesischen Insel Norderney, die einzige Spielhalle auf der Insel. Nun stehen jedoch insgesamt sechs Standorte auf der Kippe: Emden, Lathen, Friesoythe, Esterwegen, Werlte und die bereits erwähnte Filiale auf Norderney. Ein weiterer Standort in Cloppenburg wurde zum 1. März verkauft, um die finanzielle Situation zu entlasten.
Die Playland-Filiale in Emden war einst einer von zehn Standorten des Unternehmens, doch mittlerweile musste sich das Unternehmen von vier unrentablen Filialen trennen. Geschäftsführer Jan Hendrik Meiners (32) zeigt sich dennoch optimistisch: „Der Insolvenzplan ist in Vorbereitung, und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Unternehmen retten können.“ Der Glücksspielbetrieb wird zunächst weitergeführt, während nach einer Lösung gesucht wird.
Corona-Pandemie und steigende Steuern als Hauptgründe
Die Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte, die die Insolvenz verwaltet, nennt als Hauptgrund für die Schieflage die Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Nach expansionsbedingtem Wachstum bis 2021 führten insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu wirtschaftlichen Herausforderungen“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.
Geschäftsführer Meiners ergänzt: „Wir hatten 2019 gerade mehrere Läden übernommen, dann kam Corona und die Einnahmen brachen weg. Gleichzeitig stieg der Vergnügungssteuersatz seit 2019 auf 25 Prozent des Einspielergebnisses. Da kommt man als selbstständiger Unternehmer an seine Grenzen.“ Diese Kombination aus pandemiebedingten Umsatzeinbrüchen und gestiegenen Steuerlasten habe das Unternehmen in die Insolvenz getrieben.
Familienunternehmen mit langer Tradition
Die Geschichte des Unternehmens begann Anfang der 1970er-Jahre, als die Eltern von Jan Hendrik Meiners das Unternehmen gründeten. „Mein Vater war Vertreter für Kümmerling. Dann begann er, die ersten Automaten in Gaststätten aufzustellen. Weil die Nachfrage riesig war, machte er sich dann bald selbstständig“, erzählt Meiners. Aus dieser bescheidenen Anfangsphase entwickelte sich über die Jahrzehnte ein kleines niedersächsisches Imperium mit mehreren Standorten.
Die erste eigene Spielhalle eröffnete die Familie 1987, und das Unternehmen wuchs stetig. Nun, fast 50 Jahre nach der Gründung, steht das Familienunternehmen vor seiner größten Herausforderung. Die Mitarbeiter und die Unternehmensführung hoffen auf eine positive Wendung, während die Insolvenzverwaltung nach Lösungen sucht, um möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten.
Die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss, doch Geschäftsführer Meiners betont: „Wir sind sehr optimistisch und hoffen, bald wieder unabhängig zu sein.“ Ob diese Hoffnung sich erfüllt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, während das Insolvenzverfahren seinen Lauf nimmt und nach Investoren oder anderen Rettungsmöglichkeiten gesucht wird.



