Trump macht Glyphosat zur Chefsache: Bayer im Fokus der US-Produktionsverordnung
Trump macht Glyphosat zur Chefsache: Bayer im Fokus

Trump macht Glyphosat zur Chefsache: Bayer im Fokus der US-Produktionsverordnung

US-Präsident Donald Trump (79) hat einen präsidialen Erlass unterzeichnet, der die heimische Produktion von glyphosathaltigen Herbiziden und Phosphor unter allen Umständen sichern soll. Gestützt auf den sogenannten Defense Production Act, ein Gesetz aus Zeiten des Korea-Krieges, verfügt der Präsident damit über weitreichende Befugnisse. Er kann die Herstellung von Gütern anordnen, die als verteidigungswichtig gelten, um Engpässe zu verhindern.

Phosphor und Glyphosat: Zwei strategische Rohstoffe

Phosphor gilt als industrieller Schlüsselrohstoff, der sowohl für Düngemittel als auch für militärische Zwecke unentbehrlich ist. Glyphosat hingegen ist eines der meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel weltweit und zugleich hochumstritten. Es steht im Verdacht, die Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit zu gefährden. Das bekannteste Produkt ist „Roundup“, das seit der milliardenschweren Übernahme von Monsanto zum Leverkusener Bayer-Konzern gehört.

Bayer signalisiert prompten Gehorsam

Der Druck aus dem Weißen Haus ist deutlich spürbar, und Bayer reagierte umgehend. Ein Unternehmenssprecher erklärte am Donnerstag: „Die Executive Order des US-Präsidenten betont die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben. Wir werden dieser Verordnung Folge leisten.“ Engpässe seien dabei nicht zu erwarten. In den USA gilt Bayer als zentraler und derzeit einziger großer Hersteller glyphosathaltiger Herbizide, während andere Produkte überwiegend von chinesischen Generikaherstellern stammen.

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Milliarden-Klagen und rechtliche Unsicherheiten

Während Trump die Produktion ankurbelt, kämpft Bayer seit Jahren an einer anderen Front: In den USA rollt eine Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat. Erst kürzlich kündigte der Konzern einen weiteren milliardenschweren Vergleich an, um die Altlasten in den Griff zu bekommen. Entscheidend ist jedoch ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA, das eine Grundsatzfrage klären soll:

  • Dürfen Kläger wegen angeblich fehlender Warnhinweise nach dem Recht einzelner Bundesstaaten vorgehen?
  • Obwohl die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise auf dem Produktlabel gar nicht erlaubt?

Eine Entscheidung wird bis zum Sommer erwartet. Für Bayer steht viel auf dem Spiel: Es geht um Rechtssicherheit oder weitere Prozesslawinen.

Politische Unterstützung aus Washington

Zu möglichen Auswirkungen des Präsidialerlasses auf das laufende Verfahren wollte sich Bayer nicht äußern. Doch klar ist: Das Dekret aus dem Weißen Haus dürfte dem Konzern zusätzlichen Rückenwind verschaffen. Bereits zuvor hatte die US-Regierung Bayer im Verfahren unterstützt. Solicitor General John Sauer (51) argumentierte, dass die Entscheidungen der Umweltbehörde EPA nicht durch Urteile lokaler Gerichte ausgehebelt werden dürften. Diese politische Rückendeckung könnte die Position des Unternehmens in den anstehenden rechtlichen Auseinandersetzungen stärken.

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