UniCredit-Aktionäre stimmen für Commerzbank-Übernahme zu
UniCredit-Aktionäre ebnen Weg für Commerzbank-Übernahme

Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre der italienischen Großbank UniCredit den Weg für das Übernahmeangebot für die Commerzbank freigemacht. 99,55 Prozent des vertretenen Kapitals stimmten für die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen Aktien, wie UniCredit in Mailand mitteilte. Die Papiere möchte UniCredit den Commerzbank-Aktionären im Tausch für ihre Aktien anbieten. Die offizielle Offerte soll am Dienstag unterbreitet werden. Dann haben die Commerzbank-Aktionäre vier Wochen Zeit, ihre Aktien UniCredit anzudienen.

Tausch lohnt sich derzeit nicht

Allerdings lohnt sich der Tausch für Commerzbank-Anteilseigner derzeit nicht. Die UniCredit bietet je Commerzbank-Papier 0,485 neue UniCredit-Papiere. Das entspricht einem Wert von 31,09 Euro pro Commerzbank-Anteil. Das Frankfurter Geldhaus wird damit mit gut 35 Milliarden Euro bewertet. Allerdings notierten Commerzbank-Aktien zuletzt deutlich höher.

UniCredit könnte Pflichtangebot umgehen

UniCredit-Chef Andrea Orcel kommt es aber ohnehin nicht darauf an, mit dem Angebot möglichst viele Commerzbank-Aktien einzusammeln. Sobald er damit nur die Schwelle von 30 Prozent überschreitet, hat UniCredit nach einem halben Jahr die Möglichkeit, am Markt beliebig weitere Papiere des Frankfurter Bankhauses aufzukaufen, ohne zu einem Pflichtangebot gezwungen zu sein. UniCredit ist mit Abstand größter Anteilseigner der Commerzbank vor dem deutschen Staat. Erst kürzlich präsentierte Orcel einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, demzufolge rund 7000 Stellen in Deutschland entfallen könnten. Die Führung der Commerzbank sträubt sich gegen eine Übernahme und wirft Orcel ein feindliches Vorgehen vor.

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Commerzbank lehnt Gespräche nicht ab

„Was die UniCredit nach 18 Monaten und zahlreichen Treffen nun auf den Tisch gelegt hat, ist ein Plan, der die Bank, wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Michael Kotzbauer, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Kotzbauer betonte, die Commerzbank lehne „keine Gespräche mit der UniCredit ab“. Es habe in den vergangenen Monaten viele Treffen gegeben. „In keinem dieser Treffen war UniCredit aber je daran interessiert, über unser Geschäftsmodell oder ihre Pläne bei der Commerzbank zu reden.“ Das habe die UniCredit erst getan, nachdem sie am 16. März unabgestimmt ein Angebot für die Commerzbank-Aktionäre angekündigt hatte. Dieses will UniCredit-Chef Orcel an diesem Dienstag nun konkretisieren.

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