Die italienische Großbank Unicredit hat zum Jahresauftakt einen überraschend hohen Gewinn erzielt und treibt zugleich die milliardenschwere Übernahme der Commerzbank voran. Wie das im EuroStoxx 50 notierte Institut am Dienstag in Mailand mitteilte, stieg der Überschuss im ersten Quartal um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro – der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank.
Ergebnis übertrifft Erwartungen
Experten hatten lediglich mit einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe gerechnet. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu und übertrafen damit ebenfalls die Prognosen. Die Unicredit bestätigte zudem ihre Prognose für das Gesamtjahr. Der Rekordgewinn unterstreicht die starke operative Performance des Geldhauses, das sich zugleich in einer entscheidenden Phase für die geplante Expansion in Deutschland befindet.
Formelles Übernahmeangebot steht bevor
Bereits am Montag hatten die Aktionäre der Unicredit bei einer außerordentlichen Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro zugestimmt. Damit ist der Weg für ein formelles Gebot zur Übernahme sämtlicher Commerzbank-Anteile frei. Unicredit-Chef Andrea Orcel kündigte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an, die offizielle Offerte an diesem Dienstag vorzulegen.
Die Unicredit ist bereits der mit Abstand größte Anteilseigner der Commerzbank, noch vor dem deutschen Staat. Orcel hatte erst kürzlich einen Umbauplan für den Fall einer erfolgreichen Übernahme präsentiert, der den Abbau von rund 7.000 Stellen in Deutschland vorsieht. Das Institut mit Sitz in Mailand verspricht sich durch die Übernahme erhebliche Synergien, insbesondere im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden. In Deutschland ist die Unicredit bereits mit ihrer Tochter Hypovereinsbank (HVB) vertreten, was Einsparungen ermöglichen würde.



