Übernahmepoker um Warner: Paramount-Gebot als "überlegen" eingestuft, Netflix hält dagegen
Warner: Paramount-Gebot überlegen, Netflix hält dagegen

Übernahmepoker um Warner: Paramount-Gebot als "überlegen" eingestuft

Im erbitterten Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers hat das umworbene Unternehmen das nachgebesserte Gebot des Rivalen Paramount formal als "überlegen" eingestuft. Dennoch bleibt die Empfehlung des Warner-Verwaltungsrats an die Aktionäre bestehen, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März angesetzt, wie in einer nach US-Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung bekannt wurde.

Paramount erhöht Druck mit verbessertem Angebot

Der Streamingdienst Netflix hat nun vier Tage Zeit für einen Konter, nachdem Paramount sein Gebot für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie in bar erhöht hat. Im Gegensatz dazu will Netflix nur das Studio- und Streaminggeschäft kaufen, während die TV-Sender von Warner – darunter auch CNN – bei dieser Variante in ein separates Unternehmen wandern sollten.

Paramount bietet Warner zudem eine außergewöhnlich hohe Zahlung von sieben Milliarden Dollar für den Fall an, dass der Deal an Bedenken der Regulierer scheitern sollte. Bereits zuvor hatte der Konzern versprochen, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einer Auflösung des bisherigen Deals an Netflix überweisen müsste.

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Netflix hält an Vereinbarung fest

Der Warner-Verwaltungsrat hält trotz der Einstufung des Paramount-Angebots als überlegen an seiner Empfehlung fest, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen. Die Übernahmevereinbarung mit Netflix bleibe in Kraft, hieß es in der Mitteilung. Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft eingegangen.

Wenige Tage später wandte sich Paramount direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt der TV-Sender wie unter anderem CNN. Netflix bietet knapp 83 Milliarden Dollar für Studios und Streaming.

Börsenreaktion und strategische Manöver

An der Börse sorgten die Neuigkeiten für begrenztes Aufsehen. Warner und Paramount gewannen im nachbörslichen Geschäft etwa ein Prozent, Netflix legte um ein halbes Prozent zu. Ob das nachgebesserte Paramount-Angebot zu einer neuen Preisrunde in der Bieterschlacht führt, ist noch unklar.

Netflix-Co-Chef Ted Sarandos spielte die Aussicht darauf herunter. Der Streaming-Riese habe schon in der Vergangenheit lieber Rückzieher gemacht und andere zuviel bezahlen lassen, sagte er vergangene Woche dem Branchenblatt "Variety". Paramount bemühte sich in den vergangenen Wochen, die bisherigen Einwände von Warner auszuräumen und an den Verhandlungstisch zu kommen.

Politische Dimension: Die Zukunft von CNN

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Netflix mit einem Gegenangebot reagiert oder ob Paramount mit seinem als "überlegen" eingestuften Gebot die Oberhand gewinnt. Die Aktionäre von Warner haben nun die schwierige Entscheidung zwischen zwei grundverschiedenen Übernahmevarianten vor sich.

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