Wolfgang Grupp kehrt als Berater zu Trigema zurück
Der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist nach einem schwierigen persönlichen Jahr wieder aktiv in das Familienunternehmen eingebunden. Nach einem Suizidversuch im vergangenen Jahr, den er öffentlich gemacht hatte, arbeitet der 83-Jährige nun regelmäßig als Berater für die Geschäftsführung, die seine Kinder Wolfgang Grupp junior und Bonita Grupp übernommen haben.
Die Rückkehr des Patriarchen
„Unser Vater kommt regelmäßig ins Büro und arbeitet mit“, erklärte Wolfgang Grupp junior gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“. Der Senior sitze weiterhin an seinem Schreibtisch im Großraumbüro der Firmenzentrale in Burladingen und bringe seine jahrzehntelange Erfahrung ein. „Wir haben das Glück, mit ihm den Unternehmensberater im eigenen Haus zu haben“, betonte der Sohn.
Bonita Grupp ergänzte: „Meinem Vater geht es gut. Wir fragen ihn regelmäßig um Rat und brauchen ihn.“ Die Familie habe ein herausforderndes Jahr hinter sich, doch man sei froh, dass es mit dem Vater gut ausgegangen sei. „Wir hatten Glück und sind dankbar dafür“, so Grupp junior.
Wertvolle Erfahrung für die neue Führung
Die Erfahrung des Vaters sei für die neue Führung von unschätzbarem Wert, betonte der 34-jährige Wolfgang Grupp junior. Seit der Übernahme des Unternehmens im Jahr 1969 habe sein Vater „keine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen und auch keine Kurzarbeit eingeführt. So soll es bleiben“.
Wolfgang Grupp senior hatte den Textilhersteller 1969 von seinem Großvater übernommen, als das Unternehmen hoch verschuldet war. Mit eiserner Hand führte er Trigema aus den roten Zahlen und machte den Betrieb zu Deutschlands größtem Hersteller von T-Shirts und Tennisbekleidung. Der Produktionsumsatz lag im Jahr 2022 bei 127,2 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter bei etwa 1160. Ende 2023 übergab er die Firma schließlich an seine Kinder.
Unternehmensphilosophie und persönliche Haltung
Grupp senior hat in der Vergangenheit oft den Größenwahn mancher Unternehmer kritisiert und die persönliche Haftung für alle Bosse gefordert. Regelmäßig mahnt er Verantwortung, Disziplin und Vorbildfunktion für deutsche Manager an. Er selbst zeigt sich stets perfekt frisiert, akkurat im Anzug, mit Krawatte und Einstecktuch – ein Bild der Kontinuität und Seriosität.
Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung, der damit wirbt, zu 100 Prozent in Deutschland zu produzieren. Diese Philosophie bleibt unter der neuen Führung erhalten, unterstützt durch den Rat des erfahrenen Patriarchen.



