Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke stellen den Körper vor enorme Herausforderungen. Herz und Kreislauf müssen dann Schwerstarbeit leisten, um die Körpertemperatur zu regulieren. Viele Menschen greifen in solchen Situationen zu kalten Duschen, um schnelle Abkühlung zu finden. Doch Mediziner warnen: Kalte Duschen sind kontraproduktiv. Viel besser geeignet ist lauwarmes Wasser, das den Kreislauf nicht zusätzlich belastet und eine effektivere Kühlung ermöglicht.
Warum kalte Duschen den Kreislauf belasten
Der Körper reagiert auf Kältereize mit einer Verengung der Blutgefäße. Dadurch wird die Durchblutung der Haut reduziert, was die Wärmeabgabe erschwert. Zudem steigt der Blutdruck, was für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen riskant sein kann. Lauwarme Duschen hingegen öffnen die Poren und fördern die Durchblutung, sodass die Wärme besser entweichen kann. Ein weiterer Vorteil: Nach einer lauwarmen Dusche kühlt der Körper allmählich ab, während nach einer kalten Dusche der Körper erneut aufheizt, um die verlorene Wärme auszugleichen.
Medikamentendosis bei Hitze anpassen
Neben der Wahl der richtigen Abkühlungsmethode weisen Ärzte auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: Die Dosis einiger Arzneimittel muss bei extremer Hitze angepasst werden. Besonders betroffen sind Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel und Psychopharmaka. Durch die Hitze weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt natürlicherweise. Wenn dann noch blutdrucksenkende Medikamente in der gewohnten Dosis eingenommen werden, kann der Blutdruck gefährlich abfallen. Auch der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird durch Schwitzen beeinträchtigt, was die Wirkung von Diuretika verstärken kann. Patienten sollten daher unbedingt ihren Arzt konsultieren, um die optimale Dosierung während einer Hitzewelle zu besprechen.
Weitere Tipps für heiße Tage
Neben lauwarmen Duschen und der Anpassung von Medikamenten gibt es weitere Maßnahmen, die helfen, die heißen Tage zu überstehen. Leichte, luftige Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen unterstützt die Wärmeabgabe. Viel trinken ist essenziell – am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden, da sie den Körper zusätzlich belasten. Auch körperliche Anstrengung sollte in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wer sich dennoch für Sport entscheidet, sollte auf die Signale des Körpers achten und bei Schwindel oder Übelkeit sofort eine Pause einlegen.
Richtiges Verhalten in der Wohnung
Auch die Wohnung lässt sich mit einfachen Tricks kühler halten. Rollläden und Vorhänge sollten tagsüber geschlossen bleiben, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Lüften ist nur in den frühen Morgenstunden oder spät in der Nacht sinnvoll, wenn die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt. Ventilatoren können für eine angenehme Luftbewegung sorgen, sollten aber nicht direkt auf den Körper gerichtet werden, da dies zu Verspannungen führen kann. Ein feuchtes Handtuch vor dem Ventilator verstärkt den Kühleffekt.



