Rentner-Traum in Sri Lanka geplatzt: Deutsche zahlen 136.500 Euro und landen auf Baustelle
Rentner-Traum in Sri Lanka: 136.500 Euro verloren

Ein deutsches Rentnerpaar ist Opfer eines mutmaßlichen Immobilienbetrugs in Sri Lanka geworden. Iris und Hermann Schultz (Namen geändert) verkauften ihr Haus in Deutschland und überwiesen 136.500 Euro für einen Bungalow im Rahmen des Projekts „Rente auf Sri Lanka“. Statt im tropischen Paradies landeten sie auf einer vermüllten Baustelle ohne fertiggestelltes Haus. Der Fall beschäftigt nun die Polizei und ein Gericht.

Vom Traum zum Albtraum

Das Projekt warb mit Sonne, Strand und günstigem Ruhestand. Die Schultz' zahlten den gesamten Betrag im Voraus. Nach ihrer Ankunft in Sri Lanka fanden sie jedoch nur ein unfertiges Gebäude vor, umgeben von Müll und Bauschutt. Das versprochene Seniorenparadies entpuppte sich als Baustelle ohne Anschluss an Wasser und Strom.

„Wir haben alles verloren, unser Erspartes und unsere Zukunft“, zitiert die Bild-Zeitung das Paar. Hermann Schultz erlitt nach eigenen Angaben einen Herzinfarkt. Die Behörden stellten zudem einen Haftbefehl gegen das Paar aus, nachdem der Bauträger Anzeige wegen angeblicher Vertragsverletzung erstattet hatte. Ihr Konto wurde eingefroren.

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Ermittlungen und weitere Opfer

Die Polizei in Sri Lanka ermittelt gegen den Bauträger. Es gebe Hinweise auf weitere mutmaßliche Opfer, die ebenfalls hohe Summen gezahlt, aber keine fertigen Häuser erhalten hätten. Laut Bild handelt es sich um mehrere deutsche Rentner, die ähnliche Erfahrungen machten. Das Gericht in Sri Lanka hat den Fall noch nicht abschließend verhandelt.

Die Schultz' kämpfen nun um ihr Recht und die Rückzahlung ihres Geldes. Sie leben derzeit in einer Notunterkunft. Die deutsche Botschaft in Sri Lanka ist eingeschaltet, kann aber nur begrenzt helfen. „Wir raten dringend zu Vorsicht bei solchen Projekten und empfehlen, vor Zahlung rechtliche Beratung einzuholen“, so ein Sprecher der Botschaft.

Hintergründe des Projekts

Das Projekt „Rente auf Sri Lanka“ war in den letzten Jahren bei deutschen Senioren beliebt, die ihren Ruhestand günstig im Ausland verbringen wollten. Die Insel lockte mit niedrigen Lebenshaltungskosten und tropischem Klima. Doch offenbar fehlte es an Kontrollen und Sicherheiten. Experten warnen vor unseriösen Anbietern, die mit unverbindlichen Versprechungen hohe Vorauszahlungen verlangen.

Der Fall der Schultz' zeigt die Risiken solcher Auswandererträume. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Bauträger wegen Betrugs belangt werden kann. Bis dahin bleibt das Paar in einer rechtlichen Grauzone.

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