Stiftung Warentest warnt: Krebserregender Asbest in Spiel- und Bastelsand entdeckt
Asbest in Spielsand: Stiftung Warentest warnt vor Gesundheitsgefahr

Gefährliche Fasern in Kinderprodukten: Asbestverseuchter Spielsand entdeckt

Die Stiftung Warentest hat erneut alarmierende Funde in Produkten für Kinder gemacht. Bei einer aktuellen Untersuchung von 18 verschiedenen Spiel- und Bastelsanden erwies sich ein Drittel der getesteten Fabrikate als mit krebserregenden Asbestfasern kontaminiert. Diese besorgniserregenden Ergebnisse unterstreichen ein anhaltendes Problem bei Verbraucherprodukten.

Sechs Produkte stark belastet

Insgesamt sechs der untersuchten Sande wiesen nachweislich Asbest auf. Besonders stark belastet war der Dekosand dunkelblau von Heku, der gleich zwei verschiedene Asbestarten enthielt: Tremolit mit einem Massenanteil von etwa ein bis fünf Prozent und Chrysotil, das in einer Probe nicht nachweisbar war, in einer anderen jedoch ebenfalls mit ein bis fünf Prozent auftrat.

Weitere betroffene Produkte stammten von den Herstellern Deco, idee Creativmarkt, Pei You, Sablimage und Moses. In diesen fünf Sanden fanden die Warentester Tremolit mit einem Anteil von jeweils unter einem Prozent. Gewöhnlicher Sandkastensand ist laut den Angaben der Stiftung Warentest nicht betroffen.

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Sofortige Entsorgungsempfehlung

Reiner Metzger von der Stiftung Warentest warnt eindringlich: "Wer einen der betroffenen Sande zu Hause hat, sollte ihn sofort sicher verschließen und nicht mehr anfassen." Das Hantieren mit solchen Sanden im losen, trockenen Zustand setze viele Asbestfasern frei, was insbesondere bei Kinderprodukten ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstelle.

Die Stiftung empfiehlt folgende Entsorgungsvorgehensweise:

  1. Beim Hantieren mit einer offenen Verpackung unbedingt eine FFP2-Maske und Handschuhe tragen
  2. Den Sand leicht anfeuchten, damit er nicht staubt
  3. Den Sand doppelt eintüten und als Sondermüll entsorgen
  4. Oberflächen feucht abwischen – keinesfalls staubsaugen, da dies Asbestfasern aufwirbelt und verteilt

Produkte aus dem Handel genommen

Alle Anbieter wurden über die Funde informiert und haben die betroffenen Produkte umgehend aus dem Handel genommen. Asbest, ein natürlich vorkommendes faserartiges Mineral, wurde aufgrund seiner hitzebeständigen Eigenschaften jahrzehntelang im Bauwesen verwendet. Seit 1993 ist das Herstellen und die Verwendung von Asbest in Deutschland wegen seiner nachweislich krebserzeugenden Wirkung verboten.

Dennoch taucht der gefährliche Stoff immer wieder in Verbraucherprodukten auf. Erst vor Kurzem riefen mehrere Händler ebenfalls Produkte zurück, die potenziell mit Asbest verseucht sind. Diese wiederkehrenden Vorfälle werfen Fragen zur Wirksamkeit bestehender Kontrollmechanismen auf.

Die Stiftung Warentest betont die besondere Gefährdung von Kindern durch solche Kontaminationen und appelliert an Verbraucher, bei Verdacht sofort entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Eltern sollten besonders aufmerksam sein, wenn sie Spiel- oder Bastelmaterialien für ihre Kinder kaufen, und im Zweifelsfall auf etablierte, geprüfte Produkte zurückgreifen.

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