Die Bundeswehr kehrt nach Sigmaringen zurück und baut die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne zu einem Zentrum für Heimatschutz in Baden-Württemberg aus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entsteht dort ein Standort für die Heimatschutzkompanien der Region; der Aufstellungsappell ist für den 1. Oktober geplant.
Heimatschutzbataillon 112 in Sigmaringen
Sigmaringen soll Sitz des neuen Heimatschutzbataillons 112 werden, wie auch der „Südkurier“ berichtet. Die Heimatschutzkompanien „Linzgau“ aus Pfullendorf und „Schwäbische Alb“ aus Stetten am kalten Markt werden künftig in Sigmaringen üben und Dienst tun. Der Standort verfügt noch über einen funktionsfähigen Schießstand und einen Truppenübungsplatz. In der Endstufe sollen laut Zeitungsbericht 1.000 Soldaten in Sigmaringen stationiert sein.
Landeserstaufnahmestelle weicht Bundeswehr
Auf dem Areal der früheren Kaserne ist derzeit noch eine Landeserstaufnahmestelle (LEA) mit mehreren Hundert Menschen untergebracht. Nach Zeitungsinformationen wird ein Plan entwickelt, die Einrichtung der LEA-Nebenstelle in Tübingen anzugliedern. Die Bundeswehr will in den nächsten Wochen die Infrastruktur in Containerbauweise für die Unterbringung von Soldaten und für die Verwaltung schaffen.
Bürgermeister begrüßt Pläne
Bürgermeister Marcus Ehm erklärte: „Seitens der Bundeswehr besteht ein Bedarf, die Liegenschaft möglichst rasch für die Umsetzung des neuen Wehrdienstes zu reaktivieren.“ Erkundungen hätten bestätigt, dass sich die Liegenschaft in besonderem Maße für eine künftige Nutzung durch die Bundeswehr eigne. Vor der Schließung der Kaserne gab es in Sigmaringen zwischen 2.500 und 3.000 Dienstposten.
Hintergrund: Neuer Wehrdienst und Sicherheitslage
Das Verteidigungsministerium hatte bereits im Herbst 2025 die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte ausgesetzt, um höheren Bedarf wegen der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr zu decken. Im Südwesten waren damals 26 Standorte betroffen, inzwischen sind es nur noch 22. Seit dem 1. Januar gilt der neue freiwillige Wehrdienst: Alle volljährig werdenden Männer und Frauen erhalten Fragebögen zur Eignung und Motivation; junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für Frauen ist er freiwillig. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und geänderte Nato-Ziele. Die aktive Truppe soll auf 260.000 Soldaten wachsen; Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Zudem soll es 200.000 Reservisten geben. Werden die Zielkorridore verfehlt, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden.



