Der Münchner Tierpark Hellabrunn hat seine letzten beiden Mähnenrobben wegen eines Verdachts auf Tuberkulose auslösende Bakterien eingeschläfert. Wie der Tierpark mitteilte, sei es zwar nicht gesichert, dass die Tiere tatsächlich erkrankt waren. Nach Untersuchungen und Beratungen, auch mit internationalen Experten, habe eine eigens einberufene Kommission jedoch einstimmig entschieden, die beiden Tiere „aus Gründen des Tier- und Infektionsschutzes und zum Schutz der Mitarbeitenden“ zu töten.
Mykobakterien-Infektion schwer nachweisbar
Eine Infektion mit Mykobakterien lasse sich bei lebenden Tieren „häufig nicht eindeutig nachweisen oder ausschließen“, sagte die leitende Tierärztin in Hellabrunn, Christine Gohl. „Deshalb bewerten wir nicht einzelne Testergebnisse, sondern sämtliche Befunde, deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum sowie den klinischen Zustand der Tiere.“
Tierparkdirektor Rasem Baban erklärte, das Einschläfern sei nach sorgfältiger Abwägung „die verantwortungsvollste Lösung“ gewesen. Der Verdacht, dass sich die Mähnenrobben mit Mykobakterien angesteckt haben könnten, steht laut Zoo bereits seit längerem im Raum. Die Bakterien können bei Säugetieren Tuberkulose auslösen.
Keine Abgabe an andere Zoos möglich
Wegen des Infektionsverdachts konnten die Tiere weder an andere Zoos abgegeben noch neue Mähnenrobben aufgenommen werden. Zuletzt lebten daher nur noch ein Weibchen und ein älteres Männchen in Hellabrunn. Die toten Tiere sollen nun untersucht werden; die Ergebnisse stehen nach Angaben des Tierparks noch aus.



