Aschaffenburg (dpa/lby) - In Aschaffenburg wird am Christopher Street Day (CSD) am Samstag die Regenbogenflagge nicht am Rathaus wehen, aber an zwei anderen markanten Punkten der Stadt: am Scharfeck und am Landingtunnel. Dies gab die Stadt bekannt. Der Kompromiss wurde im Ältestenrat zwischen Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU) und den Stadtratsparteien erzielt.
Symbolik und Kompromiss
Das Scharfeck ist ein zentraler Knotenpunkt in der Innenstadt, der direkt an die Fußgängerzone grenzt. Der Landingtunnel führt den Verkehr unter dem Schlossplatz hindurch. Mit dieser Lösung reagiert der Oberbürgermeister auf die Kritik an seiner ursprünglichen Entscheidung, an öffentlichen Gebäuden keine Flaggen zum Pride Month und zum CSD zu hissen.
„Mir ist bewusst, welche Symbolkraft die Regenbogenflagge für die queere Community hat“, erklärte Schlemmer. Dennoch bleibe er der Ansicht, dass Fahnen nicht das beste Mittel seien, um Akzeptanz zu fördern. Mit dem jetzigen Kompromiss wolle er jedoch der Community entgegenkommen.
Abweichung vom Vorgänger
Schlemmer war im März zum neuen Oberbürgermeister der Stadt gewählt worden. Sein Vorgänger Jürgen Herzing (SPD) hatte im Vorjahr die Regenbogenfahne bewusst am Rathaus hissen lassen – unter anderem als Zeichen der Solidarität mit der ungarischen Hauptstadt Budapest. Schlemmer hingegen betonte Ende Mai: „Öffentliche Gebäude und zentrale Fahnenmasten stehen aus meiner Sicht in besonderer Weise für die Gesamtstadt und für alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb möchte ich die offizielle Beflaggungspraxis auf staatliche, städtische und besondere hoheitliche Anlässe konzentrieren.“
Hintergrund des CSD
Der Christopher Street Day erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City im Jahr 1969. Der Tag steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen und wird weltweit mit Paraden und Aktionen begangen.



