Sommer, Sonne, Badewetter – doch der Sprung ins kühle Nass endet manchmal tödlich. In Bayern ist die Zahl der tödlichen Badeunfälle deutlich gestiegen. Das Innenministerium, die Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) starten daher eine gemeinsame Kampagne für mehr Vorsicht an Seen und Flüssen.
84 Todesfälle im vergangenen Jahr
Im Jahr 2025 kamen im Freistaat 84 Menschen durch Ertrinken ums Leben, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mitteilte. Im Jahr zuvor waren es noch 70 Todesopfer. „Das ist ein spürbarer Anstieg und zeigt deutlich: Wir müssen dieses Thema ernst nehmen und dafür sensibilisieren“, sagte Herrmann zum Start der Social-Media-Kampagne unter dem Motto „Sicherheit am und im Wasser“.
So läuft die Kampagne ab
Mit Videos, Grafiken und Sicherheitstipps klären Wasserwacht, DLRG und das Innenministerium vor allem in sozialen Medien über Gefahren auf. Die Kampagne soll vermitteln, wie sich Badegäste schützen und in Notfällen richtig verhalten können. Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich an Seen und Flüssen. Gerade freie Gewässer würden häufig unterschätzt, betonte Herrmann. Anders als in Schwimmbädern gebe es dort keine gleichmäßige Tiefe, keine klare Sicht und nicht immer eine Aufsicht. Die Gefahr betreffe alle Altersgruppen – von Kindern bis zu Senioren.
Häufige Ursachen für Badeunfälle
Die Kampagne gibt Tipps und warnt: Häufige Ursachen sind fehlende Schwimmkenntnisse, Selbstüberschätzung, Alkohol- oder Drogenkonsum, Kreislaufprobleme durch den Sprung ins kalte Wasser sowie gefährliche Strömungen. Die Rettungskräfte raten daher:
- Nur gesund und fit ins Wasser gehen
- Kinder stets beaufsichtigen und Warnhinweise beachten
- Vor dem Baden langsam an die Wassertemperatur gewöhnen
- Nichtschwimmer sollten höchstens bis zur Körpermitte ins Wasser gehen
- Aufblasbare Schwimmhilfen bieten keinen vollständigen Schutz
- Bei Fahrten mit Boot, Kanu oder SUP eine Rettungsweste tragen
- Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen
Vorsicht auch für Retter
Herrmann appellierte an Helfer, den Eigenschutz nicht zu vernachlässigen. Wer einen Notfall beobachte, solle Hilfe holen, den Notruf verständigen und Rettungsmittel wie Rettungsreifen einsetzen. Niemandem sei geholfen, wenn aus einem Notfall zwei würden. Zugleich verwies der Minister auf die Bedeutung von Wasserwacht und DLRG. Sie seien aus dem Hilfeleistungssystem nicht mehr wegzudenken. Für Ausrüstung und Technik der beiden Organisationen – darunter Rettungsboote, Einsatzfahrzeuge und Digitalfunkgeräte – habe der Freistaat in den vergangenen beiden Jahren mehr als 13,5 Millionen Euro bereitgestellt. Für 2026 seien weitere knapp sechs Millionen Euro vorgesehen.



