Simson-Gottesdienst in Brandenburg: DDR-Kultmopeds in der Kirche gefeiert
Simson-Gottesdienst: DDR-Mopeds in Kirche gefeiert

Simson-Gottesdienst in Brandenburg: DDR-Kultmopeds in der Kirche gefeiert

In Frankfurt (Oder) haben Dutzende begeisterte Simson-Fans einen außergewöhnlichen Gottesdienst gefeiert, der ganz im Zeichen der legendären DDR-Mopeds stand. Die Veranstaltung fand in der evangelischen Dorfkirche Hohenwalde statt, wo mehrere der kultigen Fahrzeuge direkt neben dem Altar aufgestellt waren, während Pfarrerin Susanne Noack ihre Predigt hielt. Sie sprach über den starken Zusammenhalt in der Schrauberszene und betonte, wie die Mopeds Jung und Alt miteinander verbinden. Nach der Predigt erklang das berühmte Lied „Über sieben Brücken musst Du gehen“ von der Band Karat, und die gesamte Simson-Gemeinde stimmte begeistert mit ein.

Grußbotschaft aus dem Bundestag

Ein besonderes Highlight war die aufgezeichnete Grußbotschaft von Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Die Linke), die in der Kirche zu Ehren der Kult-Mopeds abgespielt wurde. Ramelow erklärte: „Es ist einfach fantastisch, dass diese Fahrzeuge heute faktisch unkaputtbar sind, und ein Beweis der deutschen Einheit auf eine sehr spezielle Art ist, nämlich aus der ostdeutschen Perspektive.“ Er unterstrich, dass Simson für die deutsche Einheit auf eine ganz besondere Weise stehe. Abschließend wünschte er: „Ich wünsche uns Gottes Segen, dass jeder, der so unterwegs ist, auch heil wieder ankommt.“

Segen für Mopeds und Fahrer

Nach dem Gottesdienst bot Pfarrerin Noack vor der Kirche ihren persönlichen Segen für die Mopeds sowie deren Fahrer und Fahrerinnen an. Viele der Anwesenden nutzten diese Gelegenheit, um sich und ihre geliebten Fahrzeuge segnen zu lassen.

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Kultstatus und Kontroversen

Die zu DDR-Zeiten in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson, wie die Schwalbe oder die S51, sind für viele Liebhaber echte Kultobjekte. Allerdings haben sich die Nachfahren der jüdischen Familie Simson aus Thüringen kürzlich gegen eine Vereinnahmung der Marke durch die AfD gewehrt. Dennis Baum, der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie, teilte mit: Die Familie empfinde es als beleidigend, im Zusammenhang mit einer Partei genannt zu werden, die „überwiegend extremistisch“ sei. Politiker wie der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke nutzen Simson immer wieder als politisches Symbol. Höcke selbst bezeichnete die Äußerungen der Nachfahren der Familie als „befremdlich“.

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