Berlin hat ein neues landesweites Projekt gegen digitale geschlechtsspezifische Gewalt aus dem sozialen Umfeld gestartet. Das teilte die Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales mit. Die Initiative „Ein Team gegen digitale Gewalt“ soll Fachkräfte in Frauenhäusern, Schutzunterkünften und Beratungsstellen unterstützen, um Betroffenen schneller passgenaue Hilfe zu ermöglichen.
Laut Senatsverwaltung berichten Berliner Fachberatungsstellen und Frauenhäuser seit Jahren von einem deutlichen Anstieg digitaler Gewalt. Gleichzeitig fehle es vielerorts an Schulungsangeboten, technischem Wissen und einheitlichen Schutz- und Handlungskonzepten. Das Projekt bietet Fortbildungen, technische Fallberatung und Unterstützung beim Aufbau von Sicherheitskonzepten.
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) betonte, dass digitale Gewalt immer tiefer in den Alltag der Betroffenen eingreife und bestehende Gewaltverhältnisse verschärfe. Miriam Ruhenstroth von der Initiative ergänzte, dass Täter heimlich Spionage-Apps installieren oder Standorte mit Bluetooth-Trackern überwachen, was auch Schutzeinrichtungen mit geheimen Adressen gefährde.
Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) wies auf Probleme bei der Strafverfolgung hin, da Täter oft nicht unter ihrem echten Namen auftreten. Sie forderte eine gesetzliche Verpflichtung für Internetzugangsdiensteanbieter, IP-Adressen drei Monate lang zu speichern, um Straftäter leichter ermitteln zu können.



