Berlin-Spandau trauert um Ex-Bürgermeister Sigurd Hauff
Spandau trauert um Sigurd Hauff

Berlin-Spandau trauert um seinen ehemaligen Bezirksbürgermeister Sigurd Hauff. Er ist vergangene Woche im Alter von 90 Jahren gestorben, wie das Rathaus Spandau und die Senatskanzlei mitteilten. Hauff war über viele Jahrzehnte ein führender SPD-Politiker in West-Berlin und engagierte sich unter anderem in der Arbeiterwohlfahrt.

Ein Leben für die Politik

Sigurd Hauff wurde 1935 in Tübingen geboren und begann seine politische Karriere im Abgeordnetenhaus von Berlin. Er war SPD-Fraktionsvorstand, Schul- und Kulturstadtrat sowie Vize-Rathauschef. Von 1992 bis 1995 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters von Berlin-Spandau. Sein jüngerer Bruder Volker Hauff war Bundesminister für Technologie und Verkehr sowie Oberbürgermeister von Frankfurt am Main.

Besonders bekannt wurde Hauff durch sein Engagement für die deutsch-britischen Beziehungen. Wegen der Stationierung der britischen Armee in Spandau verlieh ihm Königin Elisabeth II. 1993 den Titel „Officer of the Order of the British Empire“. Zudem setzte er sich für den Aufbau des Kulturhauses in der Spandauer Altstadt ein.

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Würdigung durch Wegner und Bewig

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner würdigte Hauff als „aufrechten und sozial engagierten Politiker“. Er habe sich stets mit Leidenschaft für die Menschen in Berlin eingesetzt, ob als Lehrer, Abgeordneter oder Bezirksbürgermeister. Wegner erinnerte auch an Hauffs Rolle bei der Förderung der Städtepartnerschaft mit Prag.

Der heutige Spandauer Bürgermeister Frank Bewig (CDU) betonte: „Mit dem Tod von Sigurd Hauff verliert Spandau einen engagierten Bezirksbürgermeister und eine prägende Persönlichkeit unseres Bezirks.“ Hauff habe als Volksbildungsstadtrat elf Jahre lang das kulturelle und gesellschaftliche Leben Spandaus mitgestaltet und wichtige Impulse gesetzt.

Ein besonderer Fototermin

Noch im hohen Alter war Hauff aktiv. Bei einem Fototermin des Tagesspiegels an der Bundesstraße B2 zwischen Berlin-Kladow und Potsdam kletterte er in einen Graben, um vor einem Schild zu posieren, das an die Öffnung der DDR-Grenze am Heiligen Abend 1989 erinnert. „Hier waren Deutschland und Europa bis zum 24. Dezember 1989 um 8 Uhr geteilt“, steht darauf. Hauff war damals als Vize-Rathauschef an der Grenzöffnung beteiligt.

Gedenken im Bezirk

Wann und wo die Beisetzung stattfindet, ist nicht öffentlich bekannt. In Spandau gibt es jedoch das sogenannte „Bürgermeisterfeld“ auf dem Friedhof in den Kissen, auf dem viele frühere Bezirksbürgermeister und Persönlichkeiten begraben sind. Bei der nächsten Rathaussitzung in zweieinhalb Wochen wird die Bezirkspolitik vermutlich ein Foto des Verstorbenen aufstellen und eine Schweigeminute halten.

Hauff wurde 2004 die Auszeichnung „Stadtältester von Berlin“ verliehen. Sein politisches Erbe bleibt in Spandau unvergessen.

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