Stromausfall Berlin: Kai Wegner entschuldigt sich erneut für Telefonat-Darstellung
Stromausfall Berlin: Wegner entschuldigt sich für Telefonat-Darstellung

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich erneut zu seinen Angaben zu Telefonaten während des großen Stromausfalls Anfang Januar geäußert. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb er: „Durch meine Aussagen Anfang Januar ist ein Eindruck entstanden, den ich bis heute sehr bedauere.“ Er habe am 3. Januar vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und darüber hinaus vor allem per Textnachricht kommuniziert. Bereits im März habe er mit den Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ gesprochen und sich dafür bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt. „Für mich ist entscheidend, aus Fehlern zu lernen und es künftig besser zu machen“, so Wegner weiter. Er betonte, Berlin habe die Stromkrise deutlich schneller bewältigt als zunächst angenommen. „Das zählt für mich“, erklärte er und dankte allen Beteiligten.

Kritik von SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach

Derweil kam erneute Kritik an Wegner von SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. „Es ist völlig klar, dass jemand, der die Berlinerinnen und Berliner über sein Krisenmanagement am Tag des Stromanschlags nachweislich getäuscht und mehrfach gelogen hat, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters nicht geeignet ist“, teilte Krach am Abend mit. „Unter normalen Umständen wäre jetzt ein Rücktritt fällig, es gibt keinen Interpretationsspielraum, wenn Glaubwürdigkeit des Amtes und das Vertrauen der Menschen in die Politik dermaßen beschädigt werden.“

Medienbericht stellt Wegners Angaben infrage

Wegners Äußerungen und Krachs Kritik gingen ein Medienbericht des „Tagesspiegel“ vom Dienstag voraus. Anders als zunächst behauptet, habe der CDU-Politiker am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert, wie die Zeitung unter Berufung auf Informationen der Senatskanzlei berichtete. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden. „Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt“, teilte die Senatskanzlei mit. Um 12.45 Uhr telefonierte Wegner demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. In einem Interview mit Welt TV hatte Wegner am 7. Januar gesagt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“ Später räumte er kommunikative Fehler ein. Der „B.Z.“ sagte Wegner am 24. März: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen.“ Die Zeitung berichtete damals, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat.

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