Die Volkshochschulen in Mecklenburg-Vorpommern feiern ein besonderes Jubiläum: Vor 80 Jahren, am 27. Mai 1945, wurden sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiedereröffnet. Der Volkshochschulverband MV teilte mit, dass die ersten Volkshochschulen bereits 1919 ihren offiziellen Start hatten.
Doch das Jubiläum ist überschattet von finanziellen Sorgen. Verbandsdirektorin Maren Jakobi spricht von einem „Jubiläum mit angezogener Handbremse“. Die Landesförderung sei seit mehr als 20 Jahren nicht erhöht worden und bremse die Arbeit vor Ort aus. Während Länder und Kommunen die Volkshochschulen im Bundesdurchschnitt mit 7,50 Euro je Einwohner fördern, sind es in MV nur 4,53 Euro. Davon tragen die Kommunen drei Euro und das Land 1,53 Euro je Einwohner.
Die Folge sind steigende Kursgebühren. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim stiegen die Gebühren von 6,15 Euro auf bis zu 8,80 Euro pro Unterrichtseinheit. Ein Kurs „Tanzen für Jedermann“ mit zehn Vormittagen kostet nun 158,40 Euro. In Rostock erhöhten sich die Teilnehmerentgelte im Juli 2024 um durchschnittlich 35 Prozent, und die Volkshochschule der Mecklenburgischen Seenplatte zog zu Jahresbeginn 2025 nach.
Trotz der Finanzierungsprobleme erfreuen sich die Volkshochschulen großer Beliebtheit. Mehr als 40.000 Teilnehmer besuchen die Kurse im Land. Besonders gefragt sind Sprachkurse, darunter „Deutsch als Zweitsprache“ und Urlaubssprachen. Auch Gesundheitskurse wie Yoga sowie Angebote zur KI-Kompetenz sind stark nachgefragt.
Das Jubiläum wird landesweit mit Veranstaltungen begangen, darunter ein Festvortrag in Schwerin, Aktionsstände beim „Fest der Generationen“ im Zoo Stralsund und in der Fußgängerzone in Wismar sowie eine Podiumsdiskussion über das Neutralitätsgebot in Neubrandenburg.



