Eltern fordern „freundlichen Druck“ auf Lehrer gegen Personalmangel
Eltern fordern „freundlichen Druck“ auf Lehrer in Berlin

Der Landeselternausschuss Berlin schlägt Alarm: Der akute Lehrermangel an den Schulen der Hauptstadt erfordert aus Sicht der Elternvertreter nun ein entschlossenes Handeln des Senats. In einem offenen Brief an die Bildungssenatorin fordern die Eltern konkrete Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen. Besonders betont wird dabei die Idee eines „freundlichen Drucks“ auf Lehrkräfte, um diese zu motivieren, mehr Stunden zu unterrichten oder aus dem Ruhestand zurückzukehren.

Hintergrund des Briefes

Der Landeselternausschuss, der die Interessen der Eltern aller Berliner Schülerinnen und Schüler vertritt, sieht die Unterrichtsversorgung in vielen Bezirken gefährdet. Besonders in Marzahn-Hellersdorf, aber auch in anderen Randbezirken, fehlen seit Jahren qualifizierte Pädagogen. Die Folge: Unterrichtsausfälle, Vertretungsstunden und überlastete Lehrkräfte. Der Brief, der am 5. Juni 2026 veröffentlicht wurde, richtet sich direkt an den Senat und fordert eine schnelle und effektive Lösung.

Konkrete Forderungen der Eltern

Die Elternvertreter schlagen unter anderem vor, pensionierte Lehrer durch finanzielle Anreize zur Rückkehr in den Schuldienst zu bewegen. Zudem sollen aktive Lehrkräfte mit zusätzlichen Vergütungen für Mehrarbeit gewonnen werden. Der „freundliche Druck“ beinhaltet auch Gespräche mit den Lehrerverbänden, um flexible Arbeitszeitmodelle zu entwickeln. Ein weiterer Punkt ist die verstärkte Einstellung von Quereinsteigern, die jedoch pädagogisch begleitet werden müssten.

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  • Finanzielle Anreize für pensionierte Lehrer zur Rückkehr
  • Zusatzvergütung für Mehrarbeit aktiver Lehrkräfte
  • Flexible Arbeitszeitmodelle in Absprache mit Verbänden
  • Verstärkte Einstellung von Quereinsteigern mit pädagogischer Begleitung

Reaktionen aus der Politik

Die Bildungssenatorin hat den Brief erhalten und kündigte eine Prüfung der Vorschläge an. Oppositionspolitiker kritisieren jedoch, dass der Senat schon lange untätig sei. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigt sich offen für Gespräche, warnt aber vor übermäßigem Druck auf die Lehrkräfte. Der Landeselternausschuss hofft nun auf eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen, um das neue Schuljahr besser zu starten.

Der Lehrermangel in Berlin ist kein neues Phänomen. Bereits seit Jahren klagen Schulen über fehlendes Personal. Die Corona-Pandemie hat die Situation weiter verschärft, da viele Lehrkräfte aus gesundheitlichen Gründen ausfielen oder den Beruf wechselten. Die Eltern fordern daher nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern auch eine langfristige Personalplanung.

Ausblick

Der Landeselternausschuss will den Druck aufrechterhalten und plant weitere Gespräche mit dem Senat. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, sind auch Protestaktionen nicht ausgeschlossen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der „freundliche Druck“ Wirkung zeigt.

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