Lehrermangel in Berlin: Marzahn-Hellersdorf schlägt Alarm
Lehrermangel in Marzahn-Hellersdorf alarmiert Politik

Lehrermangel in Berlin: Marzahn-Hellersdorf schlägt Alarm

Die Schulaufsicht des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf hat in fünf dringenden Briefen auf die dramatische Lage an den Schulen hingewiesen. In den Schreiben wird vor massiver Überlastung der Lehrkräfte und zunehmendem Unterrichtsausfall gewarnt. Die Bezirkspolitik zeigt sich alarmiert, aber nicht überrascht. Bereits seit Jahren klagen Schulen im Bezirk über Personalmangel, der sich nun weiter zuspitzt.

„Die Situation hat schwerwiegende Folgen für die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler“, erklärte ein Sprecher der Schulaufsicht. Besonders betroffen seien Grundschulen und Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Der Unterrichtsausfall betreffe vor allem Fächer wie Mathematik, Deutsch und Englisch, aber auch Sport und Kunst müssten häufig ausfallen.

Die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle (Die Linke), forderte den Senat zum sofortigen Handeln auf. „Wir brauchen mehr Lehrerstellen und eine bessere finanzielle Ausstattung der Schulen. Die Landesregierung darf die Probleme nicht länger ignorieren“, sagte sie. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW schlug Alarm: „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten am Limit. Ohne schnelle Hilfe droht ein Kollaps des Schulsystems im Bezirk.“

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Der Senat reagierte zurückhaltend. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) verwies auf laufende Einstellungsoffensiven und betonte, dass der Lehrermangel ein bundesweites Problem sei. „Wir tun, was wir können, aber die Situation ist angespannt“, so die Senatorin. Kritiker werfen dem Senat jedoch vor, zu wenig zu tun und die Warnungen der Bezirke ernst zu nehmen.

In Marzahn-Hellersdorf leben rund 280.000 Menschen, der Bezirk gilt als einer der sozial schwächsten Berlins. Die Schulen haben überdurchschnittlich viele Kinder mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Elternhäusern. Der Lehrermangel trifft sie daher besonders hart. Elternvertreter berichten von frustrierten Kindern, die stundenlang ohne Aufsicht in der Schule säßen. „Wir fordern endlich Taten, nicht nur Worte“, sagte eine Mutter, die ihren Sohn in der fünften Klasse hat.

Die Opposition im Abgeordnetenhaus kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Die Fraktion der Grünen forderte ein Sonderprogramm für Brennpunktschulen. Auch die SPD sprach sich für mehr Investitionen in die Bildung aus. Eine schnelle Lösung ist jedoch nicht in Sicht. Der Lehrermangel in Berlin bleibt eine der größten Herausforderungen für die Stadt.

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